Was den Beruf ausmacht
Zeltmonteure errichten temporäre Bauten: Rundbogen- und Pagodenzelte, Festzelte, Hallensysteme aus Aluminium, Tribünen und Überdachungen. Sie stellen Binder und Stützen auf, ziehen Planen ein, montieren Seitenwände, Böden, Türen und Rinnen und verankern die Konstruktion im Boden oder ballastieren sie.
Die meisten dieser Bauten sind Fliegende Bauten. Dafür gibt es eine Ausführungsgenehmigung und ein Prüfbuch, in dem der ordnungsgemäße Aufbau bestätigt wird; die Aufbau- und Betriebsanleitung des Herstellers ist verbindlich. Für Zelte ist unter anderem die DIN EN 13782 einschlägig, für nichtstationäre Bühnen und Bühnenüberdachungen die IGVW-Richtlinie SQP5.
Arbeitsumgebung
Gearbeitet wird fast immer im Freien und bei jedem Wetter: auf Festwiesen, Messegeländen, Parkplätzen, Sportanlagen und Firmengeländen. Der Job ist körperlich fordernd, mit schwerem Material sowie Arbeit auf Leitern, Hubarbeitsbühnen und in der Höhe.
Zum Alltag gehören Stapler und Teleskoplader, Erdnägel und Betonballast, Spanngurte und Seilzüge. Wind ist der wichtigste Faktor: Aufbaufolge, Abspannung und Räumungsgrenzen richten sich nach Windprognose und Statikvorgabe.
Arbeitszeiten
Die Einsätze folgen der Veranstaltungssaison mit Schwerpunkt zwischen Frühjahr und Herbst. Üblich sind lange Aufbautage, frühe Anfangszeiten und Abbau direkt nach Veranstaltungsende, häufig nachts.
Montagereisen über mehrere Tage oder Wochen sind der Normalfall, Unterkunft und Spesen stellt in der Regel der Betrieb. In der Winterpause verschiebt sich die Arbeit in Werkstatt und Lager, etwa auf Planenreparatur und Materialpflege.
Typische Aufgaben
- Material verladen, zur Baustelle transportieren und nach Aufbauplan verteilen
- Untergrund prüfen, Zeltfläche einmessen und Verankerungspunkte abstecken
- Binder, Stützen und Traversen montieren und mit Kran, Stapler oder Handzug aufrichten
- Dach- und Seitenplanen einziehen, spannen und verschließen
- Verankerung mit Erdnägeln oder Ballast nach Statikvorgabe setzen und dokumentieren
- Böden, Türen, Fenster, Rinnen und Zubehör einbauen
- Aufbau im Prüfbuch bestätigen lassen und Abnahme mit Betreiber oder Behörde begleiten
- Abbau, Reinigung, Trocknung sowie Reparatur von Planen und Bauteilen
Anforderungen & Skills
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Bereitschaft zur Arbeit im Freien
- Handwerkliches Geschick und sicherer Umgang mit Werkzeug, Seilzügen und Verbindungsmitteln
- Fähigkeit, Aufbauanleitungen, Aufbaupläne und Statikvorgaben zu lesen und umzusetzen
- Kenntnis der Regeln für Fliegende Bauten, Prüfbuch und Ausführungsgenehmigung
- Sicheres Arbeiten in der Höhe mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz
- Staplerschein und Führerschein Klasse B, Klasse C oder CE von Vorteil
- Hohe Montage- und Reisebereitschaft, auch über mehrere Wochen
- Teamfähigkeit und Verlässlichkeit, weil jeder Handgriff die Standsicherheit betrifft
- Deutsch für Unterweisungen und Absprachen auf der Baustelle
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Einen Ausbildungsberuf Zeltmonteur gibt es nicht, die Bezeichnung ist nicht geschützt. Eingearbeitet wird im Betrieb, meist in einer festen Montagekolonne unter Anleitung eines erfahrenen Kolonnenführers. Wer aus einem Metall- oder Bauberuf kommt, etwa als Metallbauer, Konstruktionsmechaniker, Gerüstbauer oder Zimmerer, bringt eine passende Grundlage mit.
Verbindlich sind stattdessen Unterweisungen und Befähigungen: Unterweisung nach der Aufbau- und Betriebsanleitung, Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz, Anschlagen von Lasten sowie Staplerschein und je nach Betrieb die Berechtigung für Hubarbeitsbühnen.
Quereinstieg
Der Quereinstieg ist der Regelfall und gelingt oft über Saisonarbeit als Helfer. Viele Betriebe stellen zur Saison ein und übernehmen Kräfte, die zuverlässig sind und sich in Technik und Sicherheit einarbeiten. Wichtiger als Vorwissen sind Belastbarkeit, Pünktlichkeit und die Bereitschaft zu Montagereisen.
Weiterbildung
Naheliegend sind Berechtigungen für Stapler, Teleskoplader, Hubarbeitsbühne und Ladekran sowie Lehrgänge zum Anschlagen von Lasten und zur Rettung aus Höhen. Wer weiter will, übernimmt die Kolonnenführung oder die Rolle der verantwortlichen Person für den Auf- und Abbau. Weiterführend sind die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik und Qualifizierungen nach den IGVW-Standards.
Häufige Fragen
Braucht man eine Ausbildung als Zeltmonteur?
Nein, es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Titel und die Bezeichnung ist nicht geschützt. Die Betriebe lernen neue Kräfte in der Montagekolonne an. Vorkenntnisse aus Metall- oder Bauberufen sind willkommen, aber keine Bedingung.
Was sind Fliegende Bauten?
Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die wiederholt auf- und abgebaut und an wechselnden Orten aufgestellt werden. Dazu zählen Festzelte, Tribünen, Bühnen und mobile Hallen. Sie brauchen in der Regel eine Ausführungsgenehmigung und ein Prüfbuch, in dem der Aufbau bestätigt wird.
Wie körperlich anstrengend ist der Job?
Sehr. Der Aufbau bedeutet Heben und Tragen, Arbeit in der Höhe, lange Tage und Wetter, das sich nicht planen lässt. Schwindelfreiheit, Kondition und Trittsicherheit sind Voraussetzung, ebenso das konsequente Tragen der Schutzausrüstung.
Welche Führerscheine und Berechtigungen sind sinnvoll?
Ein Staplerschein ist praktisch Standard, dazu Berechtigungen für Teleskoplader und Hubarbeitsbühne. Führerschein Klasse B wird fast immer erwartet, Klasse C oder CE erhöht die Einsatzmöglichkeiten und häufig auch den Verdienst. Ergänzend hilft eine Unterweisung zum Anschlagen von Lasten.
Ist die Arbeit saisonal?
Der Schwerpunkt liegt zwischen Frühjahr und Herbst, wenn Volksfeste, Festivals und Messen stattfinden. Viele Betriebe beschäftigen zur Saison zusätzliche Kräfte. Im Winter verlagert sich die Arbeit in Werkstatt und Lager, etwa auf Planenreparatur, Prüfung und Materialpflege.
Was verdient ein Zeltmonteur?
Festanstellungen liegen grob zwischen 27.000 und 39.000 Euro brutto im Jahr. Der Wert ist eine Orientierung und kein Tarifwert. Hinzu kommen häufig Zuschläge, Auslöse und Spesen für Montagereisen, die den tatsächlichen Verdienst deutlich anheben können.