Duale Ausbildung 3 Jahre DQR 4

Veranstaltungskaufmann

Auch bekannt als: Veranstaltungskauffrau · Veranstaltungskaufleute · Kaufmann für Veranstaltungen · Event Manager Assistant · Event Coordinator · Eventkaufmann · Projektassistenz Event · Junior Projektmanager Event

Veranstaltungskaufleute konzipieren, kalkulieren und organisieren Veranstaltungen von der ersten Kundenanfrage bis zur Abrechnung. Sie arbeiten in Eventagenturen, Messe- und Kongressgesellschaften, Veranstaltungshäusern, bei Dienstleistern und in der öffentlichen Verwaltung.

Was den Beruf ausmacht

Der Beruf verbindet kaufmännische Steuerung mit praktischer Veranstaltungsorganisation. Veranstaltungskaufleute nehmen Kundenanforderungen auf, entwickeln daraus ein Konzept und rechnen es durch. Sie holen Angebote von Dienstleistern ein, verhandeln Konditionen und behalten das Budget über die gesamte Laufzeit im Blick.

Vor Ort koordinieren sie Gewerke, Zeitpläne und Ansprechpartner. Nach der Veranstaltung folgen Abrechnung, Auswertung und Nachbereitung. Die Ausbildung wurde 2001 eingeführt. Seit Januar 2025 läuft beim Bundesinstitut für Berufsbildung ein Neuordnungsverfahren; die Sachverständigen haben unter anderem Veranstaltungssicherheit, Veranstaltungstechnikplanung, Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion sowie Digitalisierung und Englisch als Schwerpunkte benannt.

Arbeitsumgebung

Der Alltag spielt sich zu großen Teilen im Büro ab: Kalkulationen, Angebote, Verträge, Ausschreibungen und Kundenkommunikation. Dazu kommen Ortstermine in Locations, Messehallen und Kongresszentren sowie die Begleitung der eigenen Veranstaltungen.

Typische Arbeitgeber sind Eventagenturen, Messe- und Kongressgesellschaften, Konzert- und Tourneeveranstalter, Veranstaltungszentren, Hotels mit Tagungsgeschäft, technische Dienstleister und Verbände. Auch Städte, Tourismusgesellschaften und Unternehmen mit eigener Eventabteilung bilden aus.

Arbeitszeiten

Zwischen den Projekten gelten übliche Bürozeiten. In der heißen Phase kurz vor und während einer Veranstaltung sind Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit die Regel.

Die Arbeit folgt dem Saisonverlauf der Branche. Messe- und Kongresszeiträume, Festivalsommer und das Jahresendgeschäft sorgen für Spitzen, die sich über Zeitausgleich oder Freizeitphasen abfedern lassen.

Typische Aufgaben

  • Kundenanfragen aufnehmen, Veranstaltungskonzepte entwickeln und präsentieren
  • Budgets kalkulieren, Angebote erstellen und Kosten über das Projekt hinweg kontrollieren
  • Locations, Technik, Catering, Personal und Logistik ausschreiben und beauftragen
  • Verträge mit Dienstleistern und Künstlern vorbereiten sowie Konditionen verhandeln
  • Ablauf-, Zeit- und Regieplan erstellen und mit allen Gewerken abstimmen
  • Genehmigungen, Auflagen und Nachweise wie GEMA, Sicherheitskonzept und Anmeldungen organisieren
  • Veranstaltung vor Ort begleiten, Gäste betreuen und Abweichungen kurzfristig lösen
  • Abrechnung, Nachkalkulation, Auswertung und Berichte für den Kunden erstellen

Anforderungen & Skills

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation
  • Sicherer Umgang mit Kalkulation, Angebot, Rechnung und Nachkalkulation
  • Kenntnisse in Projektplanung und in gängiger Büro-, CRM- und Eventsoftware
  • Grundverständnis von Veranstaltungstechnik, damit Angebote und Ablaufpläne belastbar sind
  • Grundkenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa Versammlungsstättenverordnung, Arbeitszeitrecht, GEMA und Künstlersozialabgabe
  • Organisationstalent, Genauigkeit und ein ruhiger Kopf unter Zeitdruck
  • Kommunikationsstärke im Umgang mit Kunden, Dienstleistern und Behörden
  • Englisch in Wort und Schrift, bei internationalen Kongressen und Messen unerlässlich
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Reisetätigkeit während der Veranstaltungsphasen

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Veranstaltungskaufmann ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt, die Prüfung nimmt die Industrie- und Handelskammer ab. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; in der Praxis stellen viele Betriebe Bewerbende mit Fachhochschul- oder Hochschulreife ein.

Die Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 2001. Seit Januar 2025 läuft ein Neuordnungsverfahren beim Bundesinstitut für Berufsbildung, das die Inhalte an hybride Formate, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Inklusion und gestiegene Sicherheitsanforderungen anpassen soll. Bis eine neue Verordnung in Kraft tritt, gilt die bisherige Ausbildungsordnung weiter.

Quereinstieg

Der Quereinstieg ist verbreitet. Wer aus einem anderen kaufmännischen Beruf, aus Hotellerie, Tourismus, Marketing oder aus der Veranstaltungstechnik kommt, kann sich über Projektassistenz und Junior-Positionen einarbeiten. Belastbare Praxis aus Praktika, Werkstudententätigkeit oder ehrenamtlicher Veranstaltungsorganisation zählt bei Agenturen oft mehr als der formale Abschluss.

Über die Externenprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz lässt sich der Abschluss auch ohne reguläre Ausbildung nachholen, wenn ausreichend einschlägige Berufspraxis nachgewiesen wird. Zuständig ist die jeweilige Industrie- und Handelskammer.

Weiterbildung

Der klassische Aufstiegsweg führt über den Veranstaltungsfachwirt der Industrie- und Handelskammer, darauf aufbauend über den Geprüften Betriebswirt. Beide Abschlüsse sind auf Leitungsaufgaben in Agenturen, Veranstaltungshäusern und bei Dienstleistern zugeschnitten.

Ergänzend bieten sich Fachqualifikationen an: Veranstaltungsleiter nach Versammlungsstättenverordnung, Zertifikatslehrgänge zur Veranstaltungssicherheit, Nachhaltigkeitsmanagement für Veranstaltungen sowie die Ausbildereignung nach AEVO. Ein berufsbegleitendes Studium in Eventmanagement, Betriebswirtschaft oder Tourismus ist ebenfalls möglich.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann?

Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Bei guten Leistungen oder vorhandener Vorbildung ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre möglich. Die Abschlussprüfung nimmt die Industrie- und Handelskammer ab.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Rechtlich ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerbende mit Fachhochschul- oder Hochschulreife ein, ein guter mittlerer Abschluss reicht aber ebenfalls aus. Praktika in Agenturen oder Veranstaltungshäusern verbessern die Chancen spürbar.

Was ändert sich durch das Neuordnungsverfahren?

Der Antrag auf Neuordnung wurde im Januar 2025 gestellt, das erste Sachverständigentreffen fand im August 2025 statt. Geplante Schwerpunkte sind unter anderem Veranstaltungssicherheit, Veranstaltungstechnikplanung, Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion sowie Digitalisierung und Englisch. Bis eine neue Verordnung in Kraft tritt, gilt die Ausbildungsordnung von 2001.

Was verdient ein Veranstaltungskaufmann?

Einstiegsgehälter liegen häufig bei rund 28.000 bis 32.000 Euro brutto im Jahr. Mit Projektverantwortung, Führungsaufgaben oder in großen Häusern sind 40.000 Euro und mehr erreichbar. Die Werte sind Orientierungsgrößen und keine Tarifangaben.

Worin unterscheidet sich der Veranstaltungskaufmann vom Eventmanager?

Veranstaltungskaufmann ist ein geschützter Ausbildungsberuf mit festgelegter Ausbildungsordnung. Eventmanager ist dagegen eine Stellenbezeichnung ohne geschützten Abschluss, die je nach Haus unterschiedlich viel Verantwortung umfasst. Viele Eventmanager haben die kaufmännische Ausbildung als Grundlage.

Welche Weiterbildung passt nach der Ausbildung?

Der übliche nächste Schritt ist der Veranstaltungsfachwirt der Industrie- und Handelskammer, darauf aufbauend der Geprüfte Betriebswirt. Sinnvoll sind zudem Qualifikationen zum Veranstaltungsleiter nach Versammlungsstättenverordnung sowie Lehrgänge zu Veranstaltungssicherheit und Nachhaltigkeit.

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