Was den Beruf ausmacht
Vertriebsmitarbeitende in der Veranstaltungstechnik verkaufen keine Katalogware, sondern Lösungen. Sie klären mit Kunden, was eine Konferenz, ein Konzert oder eine Messe technisch braucht, entwerfen daraus ein Konzept und rechnen es durch. Am Ende stehen ein Angebot, eine Verhandlung und die saubere Übergabe an Disposition und Technik.
Die Rolle sitzt zwischen Kunde und Lager. Wer verkauft, muss wissen, was der eigene Bestand hergibt, wie lange ein Aufbau dauert und welche Kosten für Personal, Sub-Rent, also Zumietung bei anderen Dienstleistern, und Transport entstehen. Falsch kalkulierte Projekte schlagen unmittelbar auf die Marge durch.
Arbeitsumgebung
Gearbeitet wird bei Rental-Häusern, Full-Service-Dienstleistern, Herstellern und Messebauern. Der Alltag mischt Büro, Videokonferenzen, Kundentermine und Besichtigungen vor Ort, dazu Fachmessen wie Prolight + Sound und Begehungen von Spielstätten. Wer im Außendienst arbeitet, ist regelmäßig unterwegs.
Arbeitszeiten
Der Kern liegt in Bürozeiten, verschiebt sich aber mit der Saison. Vor Ausschreibungsfristen und großen Projekten wird es dicht, und bei Schlüsselkunden ist Präsenz beim Aufbau oder am Showtag üblich. Abend- und Wochenendtermine kommen vor, sind aber seltener als in den ausführenden Gewerken.
Typische Aufgaben
- Anfragen aufnehmen, Bedarf klären und Spielstätten besichtigen
- Technische Konzepte für Ton, Licht, Video, Bühne und Rigging entwerfen
- Material, Personal, Transport und Zumietung kalkulieren
- Angebote und Präsentationen erstellen sowie Ausschreibungen bearbeiten
- Preise und Konditionen verhandeln, Nachträge sauber dokumentieren
- Gewonnene Projekte an Disposition, Projektleitung und Technik übergeben
- Bestandskunden betreuen, nachfassen und Rahmenverträge pflegen
- Markt, Wettbewerb und neue Produkte beobachten und ins Portfolio einbringen
Anforderungen & Skills
- Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Veranstaltungskaufmann oder eine andere kaufmännische Ausbildung
- Belastbare Branchenerfahrung und Verständnis für Ton-, Licht-, Video- und Riggingtechnik
- Sicheres Kalkulieren von Material, Personal und Logistik
- Umgang mit Rental- und CRM-Systemen wie easyjob, Rentman oder vergleichbaren Lösungen
- Verhandlungsgeschick und Beharrlichkeit in langen Vertriebszyklen
- Kenntnis der Regelwerke, etwa Versammlungsstättenverordnung und DGUV Vorschrift 17
- Deutsch verhandlungssicher, Englisch für internationale Kunden und Hersteller
- Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Für den Vertrieb in der Veranstaltungstechnik gibt es keinen eigenen Ausbildungsberuf und keinen geschützten Abschluss. Zwei geregelte Wege führen typischerweise hin: die duale Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik und kaufmännische Ausbildungen wie Veranstaltungskaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement.
Quereinstieg
Viele wechseln aus der Technik in den Vertrieb, weil sie Produkte und Abläufe bereits kennen. Der umgekehrte Weg funktioniert ebenfalls: Erfahrene Vertriebskräfte aus dem technischen Handel bauen sich das Branchenwissen über Hersteller- und Produktschulungen auf. Entscheidend ist, dass Kalkulation und technische Machbarkeit zusammengehen.
Weiterbildung
Sinnvoll sind Herstellerschulungen, die Fortbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik (IHK) oder zum Veranstaltungsfachwirt (IHK) sowie Trainings zu Vertragsrecht, Kalkulation und Vertriebsführung. Ein Studium der Veranstaltungstechnik erleichtert den Weg in den Projektvertrieb großer Anlagen.
Häufige Fragen
Muss man Techniker sein, um in der Veranstaltungstechnik zu verkaufen?
Nein, aber ohne technisches Verständnis geht es nicht. Wer Signalwege, Traglasten, Aufbauzeiten und Personalbedarf nicht einschätzen kann, kalkuliert falsch. Viele Betriebe stellen deshalb Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ein und bilden sie im Vertrieb weiter.
Was verdient man im Vertrieb der Veranstaltungstechnik?
Gehaltsportale nennen für Vertriebsmitarbeitende im Außendienst rund 45.000 bis 63.000 Euro brutto im Jahr. In der Veranstaltungstechnik hängt die Höhe stark von Betriebsgröße und Kundensegment ab. Üblich ist ein Fixgehalt plus variabler Anteil, der an Umsatz oder Deckungsbeitrag gekoppelt ist.
Wie unterscheidet sich der Vertrieb von der Disposition?
Der Vertrieb gewinnt das Projekt und legt Umfang und Preis fest. Die Disposition plant danach Material, Personal und Fuhrpark und stellt sicher, dass alles verfügbar ist. Beide arbeiten eng zusammen, denn ein verkauftes Projekt ohne freies Material bringt niemandem etwas.
Welche Software wird erwartet?
Verbreitet sind Rental- und Dispositionssysteme wie easyjob oder Rentman, dazu CRM-Systeme und Tabellenkalkulation. Für Konzepte helfen CAD- und Visualisierungsprogramme wie Vectorworks. Die konkreten Systeme unterscheiden sich je nach Betrieb und werden meist eingearbeitet.
Gibt es einen Ausbildungsweg für diesen Job?
Nein, ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht. Üblich sind die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder eine kaufmännische Ausbildung, jeweils ergänzt um mehrere Jahre Branchenerfahrung. Meister- und Fachwirtabschlüsse der IHK werden gern gesehen.