Aufstiegsfortbildung 1–2 Jahre berufsbegleitend DQR 7

Technischer Betriebswirt

Auch bekannt als: Geprüfter Technischer Betriebswirt · Technische Betriebswirtin · Technischer Betriebswirt IHK · TBW IHK · Technische Leitung mit kaufmännischer Verantwortung · Technical Operations Manager · Betriebsleiter Technik

Geprüfte Technische Betriebswirte verbinden technisches Fachwissen mit kaufmännischer Führungskompetenz. In der Veranstaltungswirtschaft ist die IHK-Fortbildung der übliche Anschluss an den Meister für Veranstaltungstechnik, wenn Budget-, Investitions- und Personalverantwortung dazukommen.

Was den Beruf ausmacht

Technische Betriebswirte übersetzen technische Entscheidungen in wirtschaftliche Konsequenzen und umgekehrt. Sie kalkulieren, ob sich ein neues Line-Array, ein zusätzlicher Lkw oder eine eigene Werkstatt rechnet, planen Auslastung und Personalkosten und verantworten Angebote und Deckungsbeiträge technischer Leistungen. Fachlich bleiben sie in der Technik verwurzelt, führen aber betriebswirtschaftlich.

Der Abschluss ist eine bundesweit geregelte Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung auf Grundlage der Verordnung von 2004. Im Deutschen Qualifikationsrahmen ist er auf Niveau 7 eingeordnet und damit eine Stufe über dem Meister.

Arbeitsumgebung

Typische Arbeitgeber in der Branche sind Rental-Firmen, also Vermieter von Veranstaltungstechnik, Produktionsdienstleister, Veranstaltungshäuser und Arenen, Messebaubetriebe sowie technische Abteilungen von Theatern und Rundfunkanstalten. Die Rolle sitzt zwischen technischer Leitung, Disposition und Geschäftsführung.

Der Arbeitsplatz ist überwiegend Büro, Lager und Werkstatt, ergänzt um Kundentermine und Besuche auf Produktionen. Wer aus der Technik kommt, behält meist einen Fuß im operativen Geschäft.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit liegt überwiegend in Bürozeiten und folgt dem Saisonverlauf. In der Hochsaison und bei Großprojekten kommen Abende und Wochenenden hinzu, etwa wenn Dispositionen kurzfristig umgeplant werden müssen. Führungsstellen sind häufig außertariflich vereinbart.

Typische Aufgaben

  • Technische Leistungen kalkulieren, Angebote erstellen und Nachträge verhandeln
  • Investitionen in Equipment, Fuhrpark, Lager und Werkstatt bewerten und finanzieren
  • Auslastung, Mietumschlag und Deckungsbeiträge des Equipments auswerten und steuern
  • Personalbedarf und Einsatzkosten planen, Fremdpersonal und Subunternehmer disponieren
  • Prozesse in Lager, Prüfung, Wartung und Logistik organisieren und verbessern
  • Kennzahlen und Controlling-Berichte für die Geschäftsführung aufbereiten
  • Arbeitssicherheit, Prüfpflichten und Qualitätsmanagement betrieblich verankern
  • Rahmenverträge mit Kunden, Herstellern und Dienstleistern verhandeln

Anforderungen & Skills

  • Abschluss als Geprüfter Technischer Betriebswirt IHK oder vergleichbare Qualifikation
  • Vorstufe als Meister, staatlich geprüfter Techniker, Technischer Fachwirt oder Ingenieurabschluss mit Praxis
  • Fundierte Praxis in der Veranstaltungstechnik, idealerweise mit Kenntnis mehrerer Gewerke
  • Sichere Kenntnisse in Kostenrechnung, Investitionsrechnung, Finanzierung und Controlling
  • Kenntnis der Regelwerke der Branche, insbesondere Versammlungsstättenverordnung, DGUV Vorschrift 17 und 18 sowie DGUV Vorschrift 3
  • Erfahrung in Personalführung, Disposition und Prozessorganisation
  • Sicherer Umgang mit ERP-, Miet- und Dispositionssoftware der Branche
  • Verhandlungsstärke, analytisches Denken und Entscheidungsfreude
  • Englischkenntnisse für Einkauf, Hersteller und internationale Produktionen

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Der Technische Betriebswirt ist keine Erstausbildung, sondern eine Aufstiegsfortbildung mit bundeseinheitlicher IHK-Prüfung. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Technischer Betriebswirt vom November 2004.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen: Wirtschaftliches Handeln und betrieblicher Leistungsprozess, Management und Führung sowie ein fachübergreifender technikbezogener Teil mit Projektarbeit und Fachgespräch. Zugelassen werden Industriemeister und vergleichbare technische Meister, staatlich geprüfte Techniker, Technische Fachwirte sowie Ingenieurinnen und Ingenieure mit mindestens zwei Jahren Berufspraxis.

Der Geprüfte Meister für Veranstaltungstechnik wird von den Kammern in der Regel als vergleichbarer Meisterabschluss anerkannt. Über die Zulassung entscheidet die zuständige Industrie- und Handelskammer im Einzelfall, ebenso über die Anerkennung sonstiger Nachweise.

Quereinstieg

Ein Quereinstieg ohne technische Vorqualifikation ist nicht vorgesehen. Die Verordnung lässt allerdings zu, dass Bewerberinnen und Bewerber auf andere Weise glaubhaft machen, dass sie über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Das ist der Weg für langjährige Praktiker ohne Meisterbrief.

Lehrgänge laufen berufsbegleitend über etwa ein bis zwei Jahre, es gibt auch Vollzeit- und Fernlehrgangsmodelle. Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren; mehrere Bundesländer zahlen nach bestandener Prüfung eine Prämie.

Weiterbildung

Der Abschluss ist die oberste Stufe der technisch-kaufmännischen IHK-Fortbildung. Ergänzend nachgefragt werden Qualifikationen in Projektmanagement, Arbeitssicherheit, Brandschutz und Nachhaltigkeitsmanagement für Veranstaltungen.

Akademisch öffnet der Abschluss den Hochschulzugang und die Bewerbung um weiterbildende Masterstudiengänge, etwa in Wirtschaftsingenieurwesen, Technischem Management oder Veranstaltungstechnik. Über die Zulassung entscheidet die jeweilige Hochschule.

Häufige Fragen

Kann ich mich mit dem Meister für Veranstaltungstechnik zum Technischen Betriebswirt anmelden?

In der Regel ja. Die Verordnung nennt den Industriemeister und vergleichbare technische Meisterabschlüsse; die Kammern zählen den Geprüften Meister für Veranstaltungstechnik dazu. Die Entscheidung trifft die zuständige Industrie- und Handelskammer im Einzelfall, daher lohnt eine Anfrage vor der Anmeldung.

Was unterscheidet den Technischen vom Geprüften Betriebswirt?

Beide liegen auf Niveau 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens. Der Technische Betriebswirt setzt auf einer technischen Vorqualifikation auf und behält den Technikbezug in Prüfung und Projektarbeit. Der Geprüfte Betriebswirt setzt auf einem kaufmännischen Fachwirt auf und ist rein betriebswirtschaftlich ausgerichtet.

Woraus besteht die Prüfung?

Aus drei Teilen: Wirtschaftliches Handeln und betrieblicher Leistungsprozess, Management und Führung sowie einem fachübergreifenden technikbezogenen Teil mit Projektarbeit und Fachgespräch. Die ersten beiden Teile werden schriftlich geprüft, Management und Führung zusätzlich mündlich.

Welche Positionen erreiche ich damit in der Eventbranche?

Üblich sind technische Betriebsleitung, Leitung Disposition und Lager, Werkstattleitung, Niederlassungsleitung bei Rental-Firmen und die kaufmännisch-technische Doppelrolle in kleineren Betrieben. Mit Berufserfahrung führt der Weg in die Geschäftsführung.

Wie lange dauert die Fortbildung und wird sie gefördert?

Berufsbegleitende Lehrgänge dauern etwa ein bis zwei Jahre, daneben gibt es Vollzeit- und Fernlehrgangsmodelle. Aufstiegs-BAföG übernimmt einen erheblichen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss. Mehrere Bundesländer zahlen nach bestandener Prüfung zusätzlich eine Prämie.

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