Aufstiegsfortbildung ca. 6 Monate Vollzeit / 1,5–2 Jahre berufsbegleitend DQR 6

Meister für Veranstaltungstechnik

Auch bekannt als: Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik · Meisterin für Veranstaltungstechnik · Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik · Veranstaltungsmeister · Meister für Veranstaltungstechnik IHK · Bühnenmeister · Hallenmeister · Master of Event Technology · Technischer Leiter Veranstaltungstechnik

Meister für Veranstaltungstechnik leiten den technischen Betrieb von Veranstaltungen: Sie planen Aufbauten, führen Teams und tragen die Verantwortung für Arbeitssicherheit und Brandschutz. Die IHK-Aufstiegsfortbildung ist der übliche Weg in die technische Leitung und Grundlage für die Aufgabe der verantwortlichen Person für Veranstaltungstechnik nach Versammlungsstättenverordnung.

Was den Beruf ausmacht

Meister für Veranstaltungstechnik führen das technische Personal einer Veranstaltung und verantworten, dass Aufbau, Betrieb und Abbau sicher und wirtschaftlich ablaufen. Sie übersetzen Produktionsanforderungen in Aufbaupläne, Lastberechnungen, Personaldispositionen und Gefährdungsbeurteilungen. Damit unterscheidet sich die Rolle deutlich von der ausführenden Fachkraft: Der Schwerpunkt liegt auf Planung, Führung und Verantwortung.

Der Abschluss heißt seit der Verordnung von 2020 offiziell Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik und trägt zusätzlich die Bezeichnung Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik. Er ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 eingeordnet, also auf einer Stufe mit einem Bachelorabschluss.

Fachrichtungen

Die frühere Prüfungsverordnung von 1997 kannte drei Fachrichtungen: Bühne/Studio für den Theater-, Show- und Studiobetrieb, Beleuchtung für Lichttechnik und Lichtstellanlagen sowie Halle für Mehrzweckhallen, Messe- und Kongresshäuser. Für die Fachrichtungen Beleuchtung und Halle war zusätzlich die Qualifikation als Elektrofachkraft gefordert.

Die seit 2020 geltende Verordnung führt diese Trennung nicht mehr fort und prüft stattdessen einheitlich über alle Handlungsbereiche. Die Begriffe leben in der Praxis weiter: Stellenanzeigen suchen nach wie vor Bühnenmeister oder Hallenmeister, und ältere Zeugnisse weisen die Fachrichtung aus. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, behält seinen Abschluss unverändert.

Arbeitsumgebung

Typische Arbeitgeber sind Theater und Opernhäuser, Mehrzweck- und Messehallen, Kongresszentren, Rundfunkbetriebe, Rental-Firmen, also Vermieter von Veranstaltungstechnik, sowie Produktions- und Tourneedienstleister. Ein Teil der Meister arbeitet freiberuflich als technische Leitung einzelner Produktionen oder Tourneen.

Der Arbeitsplatz wechselt zwischen Büro und Baustelle: Vorbereitung am Schreibtisch, Umsetzung in der Halle, auf der Bühne oder auf dem Open-Air-Gelände. Arbeit in der Höhe, schweres Gerät und enge Zeitfenster prägen den Betrieb.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit folgt dem Spielplan. Abend-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, ebenso lange Aufbautage vor Produktionsbeginn. An festen Häusern gibt es Dienstpläne und Ausgleichstage, im Tourbetrieb bestimmt das Routing den Rhythmus.

Typische Aufgaben

  • Technische Umsetzung von Produktionen konzipieren, planen und kalkulieren
  • Aufbau-, Rigging- und Beleuchtungspläne erstellen und mit Produktion und Gewerken abstimmen
  • Statische und elektrotechnische Vorgaben prüfen, Lasten und Anschlussleistungen berechnen lassen oder berechnen
  • Gefährdungsbeurteilungen erstellen, Unterweisungen durchführen und Prüfungen dokumentieren
  • Technisches Personal und Stagehands einteilen, führen und einweisen
  • Arbeits-, Brand- und Baurecht im laufenden Betrieb durchsetzen, Auflagen mit Behörden und Feuerwehr klären
  • Budgets, Angebote und Fremdleistungen verantworten und Nachträge verhandeln
  • Auszubildende betreuen und Nachwuchskräfte qualifizieren

Anforderungen & Skills

  • Abschluss als Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik oder gleichwertige Qualifikation
  • Mehrjährige Praxis in der Veranstaltungstechnik, idealerweise in mehreren Gewerken
  • Sichere Kenntnis der einschlägigen Regelwerke: Versammlungsstättenverordnung der Länder, DGUV Vorschrift 17 und 18, DGUV Vorschrift 3, DIN VDE 0100-711, DIN 56950
  • Kenntnisse in Elektrotechnik, Lastaufnahme und Rigging, also dem Aufhängen von Lasten über Bühne und Publikum
  • Erfahrung in Personalführung, Disposition und Kostenrechnung
  • Ausbildereignung nach AEVO für die Betreuung von Auszubildenden
  • Durchsetzungsfähigkeit, klare Kommunikation und Ruhe bei kurzfristigen Änderungen
  • Höhentauglichkeit, arbeitsmedizinische Vorsorge sowie Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Reisetätigkeit
  • Englischkenntnisse für internationale Produktionen und Tourneen

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Der Meister für Veranstaltungstechnik ist keine Erstausbildung, sondern eine bundesweit geregelte Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik – Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik vom Dezember 2020.

Zur Prüfung zugelassen wird, wer die Abschlussprüfung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik bestanden hat, wer einen anderen anerkannten Ausbildungsberuf plus mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis nachweist oder wer mindestens vier Jahre Berufspraxis in der Veranstaltungstechnik vorweisen kann. Für den Prüfungsteil Veranstaltungsprojekt ist ein weiteres Jahr Berufspraxis erforderlich.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen: Veranstaltungsprozesse mit situationsbezogenen schriftlichen Aufgaben, Betriebliches Management mit schriftlichem Teil und einem simulierten Konfliktgespräch sowie dem Veranstaltungsprojekt mit Projektarbeit, Präsentation und Fachgespräch.

Quereinstieg

Ein Quereinstieg direkt in die Meisterprüfung ist über die Vier-Jahres-Praxisregel möglich, auch ohne einschlägige Ausbildung. Wer aus einem gewerblich-technischen Beruf kommt, braucht in der Regel ein Jahr Praxis in der Veranstaltungstechnik. Die Praxiszeiten müssen der Industrie- und Handelskammer nachgewiesen werden.

Vorbereitungslehrgänge dauern je nach Anbieter etwa sechs Monate in Vollzeit oder 1,5 bis 2 Jahre berufsbegleitend. Die Lehrgangsgebühren privater Träger liegen häufig im Bereich von rund 6.000 bis 9.000 Euro, hinzu kommen Prüfungsgebühren der Kammer. Aufstiegs-BAföG übernimmt einen erheblichen Teil der Lehrgangs- und Prüfungskosten; mehrere Länder zahlen zusätzlich Meisterprämien.

Weiterbildung

Auf dem Meister baut der Geprüfte Technische Betriebswirt auf, der die kaufmännische Führungsebene erschließt und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 7 liegt. Fachlich vertiefen lässt sich die Qualifikation über die IGVW-Standards, etwa SQQ2 für Rigging, SQQ7 für Tontechnik, SQQ10 für Netzwerktechnik und SQQ12 für Beleuchtung.

Möglich ist auch der Weg in ein Studium: Die Berliner Hochschule für Technik bietet Theater- und Veranstaltungstechnik als Ingenieurstudium an, für das Meister ohne Abitur zugelassen werden können. Ergänzend werden Qualifikationen als Veranstaltungsleiter, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutzbeauftragter nachgefragt.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es beim Meister für Veranstaltungstechnik?

Die alte Prüfungsverordnung von 1997 kannte die Fachrichtungen Bühne/Studio, Beleuchtung und Halle. Seit der Neuordnung, die zum Jahreswechsel 2019/2020 wirksam wurde, wird einheitlich ohne Fachrichtungen geprüft. In Stellenanzeigen und in älteren Zeugnissen tauchen die Begriffe weiterhin auf, etwa als Bühnenmeister oder Hallenmeister.

Was hat der Meister mit dem Befähigungszeugnis nach Versammlungsstättenverordnung zu tun?

Die Versammlungsstättenverordnungen der Länder verlangen für den technischen Betrieb bestimmter Versammlungsstätten eine verantwortliche Person für Veranstaltungstechnik. Geprüfte Meister für Veranstaltungstechnik erfüllen diese Anforderung unmittelbar über ihren Abschluss. Ingenieurinnen und Ingenieure der Theater- und Veranstaltungstechnik benötigen dagegen zusätzlich ein Jahr Praxis und ein gesondertes Befähigungszeugnis. Die Rolle der verantwortlichen Person ist damit keine eigene Prüfung, sondern eine rechtliche Funktion, für die der Meister die Grundlage liefert.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Meisterprüfung erfüllen?

Zugelassen wird, wer die Abschlussprüfung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik bestanden hat, wer eine andere anerkannte Ausbildung plus mindestens ein Jahr einschlägige Praxis nachweist oder wer mindestens vier Jahre in der Veranstaltungstechnik gearbeitet hat. Für den Prüfungsteil Veranstaltungsprojekt kommt ein weiteres Jahr Praxis hinzu. Die zuständige Industrie- und Handelskammer entscheidet über die Zulassung.

Wie lange dauert die Fortbildung und was kostet sie?

Vollzeitlehrgänge dauern etwa sechs Monate, berufsbegleitende Modelle 1,5 bis 2 Jahre. Private Träger rufen häufig Gebühren im Bereich von rund 6.000 bis 9.000 Euro auf, dazu kommen die Prüfungsgebühren der Kammer. Aufstiegs-BAföG fördert einen erheblichen Teil davon, mehrere Bundesländer zahlen nach bestandener Prüfung eine Meisterprämie.

Ist der Meister einem Bachelor gleichgestellt?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen liegen beide auf Niveau 6. Der Abschluss trägt zusätzlich die Bezeichnung Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik. Das ist eine Einordnung des Niveaus, kein akademischer Grad. Für ein weiterführendes Studium öffnet der Meister in allen Bundesländern den Hochschulzugang, auch ohne Abitur.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich nach dem Meister?

Üblich sind Positionen als technische Leitung, Bühnenmeister, Hallenmeister, Werkstattleitung oder Produktionsleitung. Kaufmännisch führt der Geprüfte Technische Betriebswirt weiter, fachlich die IGVW-Qualifikationen für Rigging, Ton, Licht und Netzwerktechnik.

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