Ungeregelt / Quereinstieg

Lagerist Veranstaltungstechnik

Auch bekannt als: Lageristin Veranstaltungstechnik · Lagermitarbeiter Eventtechnik · Warehouse Technician · Prep Techniker · Mitarbeiter Materialwirtschaft · Kommissionierer Veranstaltungstechnik · Warehouse Crew · Lagerfachkraft Rental · Materialverwalter

Lageristen in der Veranstaltungstechnik kommissionieren Equipment für Jobs, prüfen und reinigen es beim Rückcheck und führen den Bestand im Rental-System. Sie sind die Stelle, an der sich entscheidet, ob auf der Baustelle alles vollständig und funktionsfähig ankommt.

Was den Beruf ausmacht

Im Lager eines Verleihbetriebs für Veranstaltungstechnik geht es nicht um Kartons, sondern um teure, empfindliche und sicherheitsrelevante Geräte. Lageristen stellen nach Packliste zusammen, was auf einen Job geht, prüfen jedes Gerät auf Funktion und Vollständigkeit und packen es transportsicher in Cases und Racks.

Der zweite Schwerpunkt ist der Rückcheck. Alles, was zurückkommt, wird gezählt, gesichtet, gereinigt, geprüft und wieder eingelagert. Defekte gehen in die Werkstatt, Fehlmengen werden dokumentiert und an die Disposition gemeldet. Diese Rolle ist eine Jobrolle mit Quereinstieg und unterscheidet sich damit von der Fachkraft für Lagerlogistik, dem anerkannten dreijährigen Ausbildungsberuf.

Arbeitsumgebung

Gearbeitet wird in Lagerhallen mit Regalanlagen, Prep-Flächen, Kabellager, Ladehof und Werkstatt. Arbeitgeber sind Rental- und Verleihbetriebe für Ton, Licht, Video und Bühne, Full-Service-Dienstleister, Messebauer sowie Veranstaltungshäuser mit eigenem Fundus.

Das Arbeitsmittel Nummer eins nach dem Hubwagen ist das Rental-System, etwa easyJOB oder Rentman, in dem Bestände, Seriennummern und Prüfungen geführt werden. Stapler, Ameise und Hubwagen gehören zum Alltag, ebenso Sicherheitsschuhe und Handschuhe.

Arbeitszeiten

Der Kern liegt in festen Schichten, die sich an Ausgabe- und Rückgabezeiten orientieren. Frühschichten sind verbreitet, weil Trucks am Morgen beladen werden.

In der Saison verschieben sich die Zeiten deutlich: Rückläufer kommen nachts oder am Wochenende, große Ausspielungen verlangen Vorbereitung an mehreren Tagen. Zwischen den Spitzen bleibt Zeit für Wartung, Inventur und Umbau des Lagers.

Typische Aufgaben

  • Equipment nach Packliste kommissionieren und für den Job in Cases und Racks vorbereiten
  • Vor der Ausgabe Sicht- und Funktionsprüfung durchführen, Zubehör und Kleinteile vollständig beilegen
  • Kabel konfektionieren, prüfen, aufwickeln und nach Länge und Typ sortiert einlagern
  • Rückläufer annehmen, gegen die Packliste zählen und Fehlmengen sowie Schäden dokumentieren
  • Geräte und Cases reinigen, Rollen, Verschlüsse und Schaumeinlagen instand halten
  • Defekte Geräte kennzeichnen und an die Werkstatt oder den Servicetechniker übergeben
  • Bestände, Seriennummern und Prüftermine im Rental-System pflegen und Inventuren durchführen
  • Lkw und Transporter be- und entladen, Ladung sichern und Ladehof koordinieren

Anforderungen & Skills

  • Technisches Verständnis für Ton-, Licht-, Video- und Bühnentechnik: Was gehört zusammen, was fehlt
  • Sorgfalt und Konzentration, weil eine fehlende Kleinteilbox einen ganzen Aufbau blockieren kann
  • Sicherer Umgang mit einem Rental- oder Warenwirtschaftssystem wie easyJOB oder Rentman
  • Fahrausweis für Flurförderzeuge nach DGUV Grundsatz 308-001, meist Staplerschein
  • Körperliche Belastbarkeit, Heben und Tragen über die gesamte Schicht
  • Kenntnis von Ladungssicherung sowie von Prüf- und Dokumentationspflichten nach DGUV Vorschrift 3
  • Führerschein Klasse B, häufig auch C1 für Transporter und Lkw bis 7,5 Tonnen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit sowie zu Wochenendeinsätzen in der Saison
  • Teamfähigkeit und klare Abstimmung mit Disposition, Werkstatt und Fahrern

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Lagerist Veranstaltungstechnik ist kein geregelter Ausbildungsberuf, einen geschützten Abschluss gibt es nicht. Die Bezeichnung ist ein Stellentitel in Verleih- und Rental-Betrieben.

Verwandte anerkannte Ausbildungsberufe sind die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und die zweijährige zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen sowie die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen. Diese Abschlüsse vermitteln Lagerorganisation und Ladungssicherung systematisch, decken die Gerätekunde der Veranstaltungstechnik aber nicht ab.

Quereinstieg

Der Quereinstieg ist der Regelfall und läuft über Aushilfstätigkeit, Stagehand-Einsätze oder ein Praktikum im Betrieb. Wer Technik von Jobs kennt, ist im Vorteil, weil er sieht, was auf der Fläche gebraucht wird. Fachkräfte für Veranstaltungstechnik wechseln teils dauerhaft ins Lager, wenn sie den Tourbetrieb hinter sich lassen wollen. Der Staplerschein lässt sich in wenigen Tagen nachholen und wird von vielen Betrieben bezahlt.

Weiterbildung

Sinnvoll sind der Fahrausweis für Flurförderzeuge, Schulungen zu Ladungssicherung sowie Gefahrgutunterweisungen, sobald Lithium-Akkus oder Druckgasflaschen bewegt werden. Fachlich weiter führen die Sachkunde für Anschlagmittel, die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten und die Befähigung zur Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3.

Aufstiegswege im Betrieb sind Lagerleitung, Disposition oder der Wechsel in die Werkstatt als Servicetechniker. Formal möglich sind der Logistikmeister oder der Fachwirt für Logistiksysteme.

Häufige Fragen

Was unterscheidet die Rolle von der Fachkraft für Lagerlogistik?

Die Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf mit IHK-Abschluss. Lagerist Veranstaltungstechnik ist eine Jobrolle im Verleihbetrieb ohne geschützten Abschluss, bei der Gerätekunde für Ton, Licht, Video und Bühne mindestens so wichtig ist wie Lagerorganisation.

Was ist ein Rückcheck?

Der Rückcheck ist die Prüfung des zurückkommenden Materials. Jedes Gerät wird gezählt, gesichtet, auf Funktion geprüft, gereinigt und wieder eingelagert. Defekte gehen in die Werkstatt, Fehlmengen und Schäden werden dokumentiert und an die Disposition und Abrechnung gemeldet.

Brauche ich einen Staplerschein?

In der Praxis ja. Für das Führen von Flurförderzeugen ist eine Ausbildung und schriftliche Beauftragung nach DGUV Grundsatz 308-001 erforderlich. Der Lehrgang dauert wenige Tage und wird von vielen Betrieben bezahlt. Häufig kommen Hubarbeitsbühne und Führerschein C1 hinzu.

Welche Software wird im Lager genutzt?

Verbreitet sind Rental-Systeme wie easyJOB und Rentman sowie vergleichbare Branchensoftware. Darin werden Bestände, Seriennummern, Packlisten, Prüftermine und Rückläufer geführt. Die Bedienung lässt sich schnell lernen; entscheidend ist saubere und vollständige Erfassung.

Was verdient ein Lagerist in der Veranstaltungstechnik?

Als Orientierung liegen Festanstellungen meist zwischen 28.000 und 38.000 Euro brutto im Jahr. Zusatzqualifikationen wie Staplerschein, Führerschein C1 oder die Prüfbefugnis nach DGUV Vorschrift 3 wirken sich aus, ebenso Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit in der Saison.

Wie geht es vom Lager aus weiter?

Naheliegende Schritte sind Lagerleitung, der Wechsel in die Disposition oder in die Werkstatt als Servicetechniker. Wer die Technik vertiefen will, absolviert die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik; für die Logistikschiene bieten sich Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme an.

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