Was den Beruf ausmacht
Kaufleute für Tourismus und Freizeit beraten Gäste, verkaufen touristische Leistungen und stellen Angebote zusammen: Führungen, Ausflüge, Pauschalen, Gruppen- und Tagungsprogramme. Dazu kommen Marketing, Kalkulation, Vertragsabwicklung mit Leistungsträgern und die kaufmännische Nachbereitung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Tourismus im Inland, anders als beim eher reisebüroorientierten Tourismuskaufmann für Privat- und Geschäftsreisen.
Der Veranstaltungsbezug ist in vielen Stellen fest eingebaut. Destinationsorganisationen, Stadtmarketing und Kurverwaltungen verantworten Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Konzertreihen und Sportevents, verkaufen Tickets und koordinieren Aussteller und Dienstleister. Convention Bureaus vermarkten die Region an Kongress- und Tagungsveranstalter und stellen Rahmenprogramme für MICE-Gruppen zusammen, also für Meetings, Incentives, Kongresse und Messen.
Arbeitsumgebung
Typische Arbeitgeber sind Tourist-Informationen, Tourismus- und Marketinggesellschaften, Kur- und Gemeindeverwaltungen, Freizeitparks, Bäder, Museen, Naturparks sowie Kongress- und Messegesellschaften. Der Arbeitsplatz ist überwiegend ein Büro oder ein Counter mit Gästekontakt.
An Veranstaltungstagen verlagert sich die Arbeit nach draußen: Infostände, Akkreditierung, Einlass, Betreuung von Ausstellern und Gruppen. Zusammengearbeitet wird mit Kommunen, Ordnungsämtern, Veranstaltungstechnik, Sicherheitsdiensten und Caterern.
Arbeitszeiten
Im Regelbetrieb sind die Arbeitszeiten überwiegend planbar, häufig mit Wochenenddiensten am Counter. Rund um Veranstaltungen, Saisonstarts und Messen fallen Abend- und Wochenendeinsätze an, meist mit Freizeitausgleich.
Die Auslastung folgt der Saison der jeweiligen Destination: Sommer- und Ferienzeiten, Advents- und Marktzeit, Messe- und Kongresstermine. In Tarifbetrieben des öffentlichen Dienstes sind die Regelungen dazu klar festgelegt.
Typische Aufgaben
- Gäste in Tourist-Informationen und an Countern beraten und Leistungen verkaufen
- Freizeit-, Ausflugs- und Rahmenprogramme entwickeln, kalkulieren und mit Leistungsträgern abstimmen
- Veranstaltungen der Destination planen und abwickeln, etwa Stadtfeste, Märkte, Konzertreihen und Sportevents
- Tickets, Gästekarten und Kontingente verwalten sowie Buchungs- und Kassensysteme pflegen
- Gruppen- und Tagungsanfragen bearbeiten, Angebote für MICE-Kunden erstellen
- Marketingmaßnahmen umsetzen: Prospekte, Website, Social Media, Messeauftritte der Region
- Aussteller, Standbetreiber und Dienstleister koordinieren, Auflagen und Genehmigungen nachhalten
- Statistiken, Gästezahlen und Veranstaltungsergebnisse auswerten und abrechnen
Anforderungen & Skills
- Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Tourismus und Freizeit oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation
- Kenntnisse in Kalkulation, Angebotserstellung und Abrechnung touristischer Leistungen
- Sicherer Umgang mit Buchungs-, Ticketing- und Content-Management-Systemen
- Grundwissen zu Genehmigungen und Auflagen bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum, etwa Sondernutzung und Sicherheitskonzept
- Grundlagen im Reise- und Vertragsrecht sowie in der Preisangabenverordnung
- Sicheres Englisch für internationale Gäste und MICE-Kunden, weitere Sprachen von Vorteil
- Bereitschaft zu Wochenend- und Abenddiensten während der Saison und bei Veranstaltungen
- Organisationsvermögen, Servicehaltung und sicheres Auftreten gegenüber Behörden und Partnern
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Kaufmann für Tourismus und Freizeit ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, zuständige Stelle ist die IHK. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten mindestens einen mittleren Bildungsabschluss.
Ausgebildet wird in Tourist-Informationen, Tourismus- und Marketinggesellschaften, Kurverwaltungen, Freizeiteinrichtungen und kommunalen Betrieben. Inhalte sind Beratung und Verkauf, Produktentwicklung, Marketing, Veranstaltungsorganisation, Rechnungswesen und Kommunikation. Viele Ausbildungsbetriebe des öffentlichen Dienstes vergüten nach Tarif.
Quereinstieg
Der Wechsel aus anderen kaufmännischen Berufen ist üblich, besonders aus Hotellerie, Reisebüro und Veranstaltungsorganisation. Wer Praxis im Eventbereich mitbringt, wird häufig direkt im Veranstaltungs- oder Marktmanagement einer Destination eingesetzt. Zusätzliche Nachweise sind für den Einstieg in der Regel nicht erforderlich.
Weiterbildung
Klassische Aufstiegsfortbildungen sind der Tourismusfachwirt (IHK) und der Veranstaltungsfachwirt (IHK). Beide qualifizieren für Teamleitung und für die Verantwortung ganzer Veranstaltungs- oder Produktbereiche. Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) ist die nächste Stufe.
Studiengänge in Tourismus-, Destinations- und Eventmanagement stehen ebenfalls offen, auch berufsbegleitend oder dual. Für die Veranstaltungsarbeit sind Zusatzqualifikationen zu Veranstaltungssicherheit, Crowd Management und Nachhaltigkeit gefragt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet den Beruf vom Tourismuskaufmann?
Der Kaufmann für Tourismus und Freizeit ist auf Destinationen, Freizeiteinrichtungen und Angebote im Inland ausgerichtet. Der Tourismuskaufmann für Privat- und Geschäftsreisen arbeitet stärker im Reisebüro und Veranstalterbereich. Beide Ausbildungen dauern drei Jahre und werden von der IHK betreut.
Wie viel Veranstaltungsarbeit steckt in dem Beruf?
In Tourismusgesellschaften, Stadtmarketing und Kurverwaltungen gehören Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Konzertreihen und Sportevents zum Tagesgeschäft. Dazu kommen Rahmenprogramme für Kongress- und Tagungsgruppen. Der Anteil hängt stark vom Arbeitgeber ab.
Wo arbeitet man mit diesem Abschluss?
Typische Arbeitgeber sind Tourist-Informationen, Destinations- und Marketinggesellschaften, Kurverwaltungen, Freizeitparks, Bäder und Museen. Dazu kommen Convention Bureaus sowie Kongress- und Messegesellschaften. Viele Stellen liegen im kommunalen Umfeld.
Wie hoch ist das Gehalt?
Nach der Ausbildung werden häufig 1.900 bis 2.300 Euro brutto im Monat genannt, was etwa 23.000 bis 28.000 Euro im Jahr entspricht. Mit Fortbildung und Verantwortung sind rund 3.000 Euro im Monat erreichbar. Kommunale Arbeitgeber vergüten in der Regel nach TVöD.
Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten die meisten Betriebe mindestens einen mittleren Bildungsabschluss. Fremdsprachenkenntnisse und Textsicherheit verbessern die Chancen.
Welche Fortbildung führt in die Veranstaltungsleitung?
Der Veranstaltungsfachwirt (IHK) ist der passende Weg, wenn der Schwerpunkt auf Events liegen soll. Wer in der Destinationsarbeit bleiben will, wählt den Tourismusfachwirt (IHK). Beide sind berufsbegleitend möglich und führen auf DQR-Niveau 6.