Aufstiegsfortbildung 1–2 Jahre berufsbegleitend DQR 7

Geprüfter Betriebswirt

Auch bekannt als: Betriebswirt IHK · Geprüfte Betriebswirtin · Master Professional in Business Management · Betriebswirt Aufstiegsfortbildung · Kaufmännische Leitung · Bereichsleiter kaufmännisch · Business Manager IHK

Geprüfte Betriebswirte übernehmen kaufmännische Führungsaufgaben in Agenturen, Veranstaltungshäusern und Dienstleistungsbetrieben der Eventbranche. Die IHK-Aufstiegsfortbildung baut auf einem Fachwirt- oder Meisterabschluss auf und liegt im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 7, also auf Masterniveau.

Was den Beruf ausmacht

Geprüfte Betriebswirte führen einen Betrieb oder einen Unternehmensbereich kaufmännisch. In der Veranstaltungswirtschaft heißt das: Geschäftsfelder entwickeln, Auslastung und Deckungsbeiträge steuern, Investitionen in Technik und Fuhrpark entscheiden, Personalkosten planen und Verträge mit Kunden und Dienstleistern verhandeln. Der Schwerpunkt liegt auf Steuerung und Verantwortung, nicht auf der Abwicklung einzelner Veranstaltungen.

Der Abschluss ist eine bundesweit geregelte Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung und trägt zusätzlich die Bezeichnung Master Professional in Business Management. Er ist die höchste Stufe der kaufmännischen IHK-Fortbildung und auf Niveau 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens eingeordnet.

Arbeitsumgebung

Typische Arbeitgeber sind Eventagenturen, Messe- und Kongressgesellschaften, Veranstaltungshäuser und Arenen, Rental-Firmen, also Vermieter von Veranstaltungstechnik, sowie Personal- und Crewing-Dienstleister. Auch Cateringbetriebe und Sicherheitsdienstleister der Branche besetzen so ihre kaufmännischen Leitungen.

Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Büro, ergänzt um Kunden- und Standortbesuche, Messeauftritte und Gremientermine. Wer aus dem operativen Geschäft aufsteigt, ist auch weiterhin bei Schlüsselveranstaltungen vor Ort.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit liegt überwiegend in Bürozeiten, folgt aber dem Saisonverlauf der Branche. Vor Messeperioden, Festivalsaison und Jahresabschluss steigt die Belastung deutlich. Führungspositionen sind in der Regel außertariflich vereinbart, Mehrarbeit gehört dazu.

Typische Aufgaben

  • Geschäftsbereiche planen, Budgets aufstellen und Ergebnisverantwortung tragen
  • Kalkulationsgrundlagen, Preismodelle und Deckungsbeiträge für Veranstaltungsleistungen festlegen
  • Kennzahlen aufbauen, Controlling-Berichte auswerten und Maßnahmen ableiten
  • Investitionen in Technik, Fuhrpark und Lager bewerten und finanzieren
  • Personalbedarf planen, Führungskräfte anleiten und Vergütungsstrukturen gestalten
  • Rahmenverträge mit Kunden, Subunternehmern und Lieferanten verhandeln
  • Angebots- und Vertriebsstrategie entwickeln, Neugeschäft und Ausschreibungen steuern
  • Rechtliche und steuerliche Vorgaben umsetzen, etwa zu Werkverträgen, Künstlersozialabgabe und Arbeitnehmerüberlassung

Anforderungen & Skills

  • Abschluss als Geprüfter Betriebswirt IHK oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation auf Leitungsniveau
  • Vorstufe als Fachwirt, Fachkaufmann, Meister oder staatlich geprüfter Techniker mit Berufspraxis
  • Sichere Kenntnisse in Rechnungswesen, Controlling, Finanzierung und Investitionsrechnung
  • Vertrags-, Arbeits- und Steuerrecht im für die Branche relevanten Umfang
  • Branchenkenntnis der Veranstaltungswirtschaft, insbesondere Projektgeschäft und saisonale Auslastung
  • Erfahrung in der Führung von Führungskräften und in Veränderungsprozessen
  • Verhandlungsstärke, unternehmerisches Denken und Entscheidungsfreude
  • Sicherer Umgang mit ERP-, Dispositions- und Controllingsystemen
  • Verhandlungssichere Englischkenntnisse für internationales Geschäft

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Der Geprüfte Betriebswirt ist keine Erstausbildung, sondern eine nach dem Berufsbildungsgesetz geregelte Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung. Die Prüfung umfasst unternehmensbezogene Handlungsbereiche wie Unternehmensführung und Unternehmenssteuerung, einen Teil zu Führung und Organisation sowie eine Projektarbeit mit anschließendem Fachgespräch.

Zugelassen wird in der Regel, wer einen Fachwirt- oder Fachkaufmann-Abschluss und mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis nachweist. Ebenfalls zugelassen werden Meister und staatlich geprüfte Techniker mit einem Jahr Praxis sowie Personen mit anderen vergleichbaren Fortbildungsabschlüssen und längerer Berufserfahrung. Für die Eventbranche ist der Weg über den Veranstaltungsfachwirt der häufigste.

Quereinstieg

Ein direkter Quereinstieg ohne vorgeschaltete Fortbildung ist nicht vorgesehen: Der Abschluss ist ausdrücklich eine Aufbaustufe. Wer aus der Praxis kommt, absolviert daher zuerst einen Fachwirt oder Meister und schließt den Betriebswirt daran an.

Lehrgänge laufen berufsbegleitend über etwa 15 bis 24 Monate, in Vollzeit über 3 bis 6 Monate. Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter häufig zwischen rund 3.000 und 6.000 Euro, dazu kommen Prüfungsgebühren der Kammer im mittleren dreistelligen Bereich. Aufstiegs-BAföG fördert einen erheblichen Teil davon.

Weiterbildung

Der Abschluss ist die höchste Stufe der kaufmännischen IHK-Fortbildung; eine Fortbildungsstufe darüber gibt es nicht. Weitergehen lässt sich fachlich, etwa mit Qualifikationen in Personalmanagement, Compliance, Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Unternehmensnachfolge.

Akademisch öffnet der Betriebswirt den Zugang zu weiterbildenden Masterstudiengängen, sofern die Hochschule die Gleichwertigkeit anerkennt. Verbreitet sind berufsbegleitende Programme in General Management, Betriebswirtschaft und Eventmanagement.

Häufige Fragen

Wer wird zur Prüfung als Geprüfter Betriebswirt zugelassen?

In der Regel Personen mit einem Fachwirt- oder Fachkaufmann-Abschluss und mindestens einem Jahr einschlägiger Berufspraxis. Ebenfalls zugelassen werden Meister und staatlich geprüfte Techniker mit einem Jahr Praxis sowie Inhaber vergleichbarer Fortbildungsabschlüsse mit längerer Berufserfahrung. Über die Zulassung entscheidet die zuständige Industrie- und Handelskammer.

Was bringt der Abschluss in der Eventbranche konkret?

Er qualifiziert für die kaufmännische Leitung von Agenturen, Veranstaltungshäusern, Rental-Firmen und Personaldienstleistern. Typische Positionen sind kaufmännische Leitung, Bereichsleitung, Prokura oder die Geschäftsführung kleinerer Betriebe. Die Inhalte zu Kalkulation, Controlling und Vertragsrecht treffen die Besonderheiten des Projektgeschäfts direkt.

Was unterscheidet den Geprüften vom staatlich geprüften Betriebswirt?

Der Geprüfte Betriebswirt ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz auf Niveau 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens. Der staatlich geprüfte Betriebswirt ist ein Abschluss der Fachschulen der Länder und liegt auf Niveau 6. Die Zugangswege, die Prüfungsverantwortung und das Niveau unterscheiden sich also.

Wie lange dauert die Fortbildung und was kostet sie?

Berufsbegleitend dauert sie etwa 15 bis 24 Monate, in Vollzeit 3 bis 6 Monate. Lehrgangsgebühren liegen häufig zwischen rund 3.000 und 6.000 Euro, hinzu kommen Prüfungsgebühren im mittleren dreistelligen Bereich. Aufstiegs-BAföG und Prämien mehrerer Bundesländer senken die Eigenbeteiligung deutlich.

Ist der Abschluss einem Masterabschluss gleichgestellt?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen liegen beide auf Niveau 7, und der Abschluss trägt zusätzlich die Bezeichnung Master Professional in Business Management. Das ist eine Einordnung des Niveaus, kein akademischer Grad. Für weiterbildende Masterstudiengänge entscheidet die jeweilige Hochschule über die Zulassung.

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