Zertifikatslehrgang / Weiterbildung mehrtägig bis mehrere Monate

Fachkraft für Veranstaltungssicherheit

Auch bekannt als: Sicherheitsplaner Veranstaltungen · Veranstaltungssicherheitsplaner · Event Safety Manager · Event Security Manager · Fachmeister für Veranstaltungssicherheit · Sicherheitskoordinator Veranstaltung · Ordnungsdienstleiter · Head of Security Event

Fachkräfte für Veranstaltungssicherheit planen und steuern die Sicherheit von Veranstaltungen. Sie erstellen Sicherheits- und Räumungskonzepte, bemessen Ordnungs-, Sanitäts- und Brandschutzkräfte und begleiten die Umsetzung vor Ort.

Was den Beruf ausmacht

Fachkräfte für Veranstaltungssicherheit denken eine Veranstaltung vom Risiko her. Sie analysieren Gelände, Publikum, Programm und Umfeld, leiten daraus Maßnahmen ab und schreiben sie in einem Sicherheitskonzept fest. Während der Veranstaltung begleiten sie die Umsetzung, beobachten Lage und Besucherströme und entscheiden gemeinsam mit Veranstaltungsleitung und Behörden über Anpassungen.

Die Bezeichnung ist nicht geschützt und beschreibt keinen staatlich geregelten Abschluss. Sie fasst Rollen zusammen, die je nach Haus und Auftraggeber unterschiedlich heißen: Sicherheitsplaner, Ordnungsdienstleiter, Event Safety Manager. Rechtlicher Bezugspunkt ist unter anderem die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO), die als Landesrecht in jedem Bundesland in eigener Fassung gilt. In der Musterfassung verlangt § 43 MVStättVO ab mehr als 5.000 Besucherplätzen ein Sicherheitskonzept im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden sowie einen Ordnungsdienst unter Leitung eines Ordnungsdienstleiters.

Arbeitsumgebung

Gearbeitet wird bei Festivals, Konzerten, Stadionveranstaltungen, Messen, Kongressen, Stadtfesten und Umzügen. Auftraggeber sind Veranstalter, Betreiber von Versammlungsstätten, Kommunen sowie spezialisierte Sicherheitsberatungen und Sicherheitsdienstleister.

Die Arbeit teilt sich in eine lange Planungsphase am Schreibtisch und intensive Einsatztage vor Ort. Dort sitzen Fachkräfte für Veranstaltungssicherheit in der Koordinierungsstelle mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt oder gehen mit Funkgerät über das Gelände.

Arbeitszeiten

Die Planung folgt Bürozeiten, die Umsetzung dem Veranstaltungskalender. Einsatztage sind lang, beginnen früh im Aufbau und enden nach dem Abfluss der Besucher.

Saisonspitzen liegen im Festivalsommer und in der Messesaison. Reisebereitschaft und mehrtägige Einsätze außerhalb des Wohnorts gehören dazu.

Typische Aufgaben

  • Gefährdungs- und Risikoanalyse für Gelände, Programm, Publikum und Umfeld erstellen
  • Sicherheits-, Räumungs- und Evakuierungskonzepte schreiben und mit Behörden abstimmen
  • Kapazitäten, Ein- und Auslasszeiten, Wegeführung und Flächenbelegung berechnen
  • Bedarf an Ordnungsdienst, Sanitätsdienst und Brandsicherheitswache bemessen und ausschreiben
  • Ordnungsdienstkräfte einweisen, Einsatzpläne und Funkkonzepte erstellen
  • An Sicherheitsbesprechungen mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt teilnehmen
  • Während der Veranstaltung Lage und Besucherdichte beobachten und Maßnahmen auslösen
  • Vorfälle dokumentieren, Nachbereitung und Auswertung für die Folgeveranstaltung erstellen

Anforderungen & Skills

  • Sichere Kenntnis der VStättVO des jeweiligen Bundeslandes sowie der Landesbauordnung
  • Erfahrung mit Sicherheitskonzepten, Gefährdungsbeurteilungen und Genehmigungsverfahren
  • Grundlagen des Crowd Managements, etwa Personendichte, Flusskapazität und Entfluchtungszeiten
  • Kenntnis von § 34a GewO und der Anforderungen an Ordnungsdienste
  • Sicherer Umgang mit Lage- und Geländeplänen, CAD- oder Planungssoftware von Vorteil
  • Verhandlungssicheres Auftreten gegenüber Behörden, Veranstaltern und Dienstleistern
  • Belastbarkeit, klare Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
  • Reise- und Wochenendbereitschaft, Führerschein Klasse B
  • Deutsch verhandlungssicher, Englisch für internationale Produktionen von Vorteil

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Einen geregelten Ausbildungsberuf Fachkraft für Veranstaltungssicherheit gibt es nicht, und die Bezeichnung ist nicht geschützt. Der Weg führt über eine Grundqualifikation und darauf aufbauende Zertifikatslehrgänge. Als Grundlage dienen häufig die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, die Fachkraft für Veranstaltungstechnik, ein Studium im Bereich Sicherheits-, Rettungsingenieurwesen oder Veranstaltungsmanagement.

Quereinstieg

Viele Fachkräfte kommen aus dem Ordnungsdienst, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Polizei oder der Veranstaltungstechnik. Entscheidend sind Einsatzerfahrung auf Großveranstaltungen und die Fähigkeit, Konzepte schriftlich und behördenfest zu formulieren. Der Einstieg erfolgt meist als Assistenz in der Sicherheitsplanung oder als Bereichsleitung im Ordnungsdienst.

Weiterbildung

Es gibt mehrere etablierte Zertifikatsangebote. Das Internationale Bildungs- und Trainingszentrum für Veranstaltungssicherheit (IBIT) bietet unter anderem das Professional Certificate in Event Safety and Security Management mit fünf Modulen über eine Arbeitswoche sowie Kurse zu Crowd Safety Management und Räumungskonzepten. TÜV-Akademien führen den Lehrgang Fachmeister für Veranstaltungssicherheit, daneben gibt es geförderte Weiterbildungen zur Fachkraft für Veranstaltungs- und Personenschutz. Ergänzend sinnvoll sind der Meister für Schutz und Sicherheit, der Meister für Veranstaltungstechnik und Lehrgänge zur Veranstaltungsleitung.

Häufige Fragen

Ist Fachkraft für Veranstaltungssicherheit ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Nein. Es gibt keinen staatlich geregelten Ausbildungsberuf und keinen geschützten Titel dieses Namens. Die Bezeichnung fasst Rollen zusammen, die über Zertifikatslehrgänge und Praxiserfahrung erworben werden. Anerkannte Grundlagen sind etwa die Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder die Fachkraft für Veranstaltungstechnik.

Ab wann braucht eine Veranstaltung ein Sicherheitskonzept?

Die Musterversammlungsstättenverordnung verlangt ein Sicherheitskonzept ab mehr als 5.000 Besucherplätzen, abgestimmt mit den zuständigen Behörden. Die VStättVO ist jedoch Landesrecht und weicht in den Bundesländern ab. Unabhängig davon kann die Genehmigungsbehörde ein Konzept auch für kleinere Veranstaltungen als Auflage verlangen.

Welche Lehrgänge sind in der Branche anerkannt?

Häufig genannt werden das Professional Certificate in Event Safety and Security Management und die Crowd-Safety-Kurse des IBIT sowie der Fachmeister für Veranstaltungssicherheit bei TÜV-Akademien. Keiner dieser Abschlüsse ist gesetzlich vorgeschrieben. Auftraggeber und Behörden bewerten sie zusammen mit der nachgewiesenen Praxiserfahrung.

Brauche ich die Sachkunde nach § 34a GewO?

Für planende und beratende Tätigkeit ist sie nicht zwingend. Sobald Sie selbst gewerbsmäßig bewachen oder einen Ordnungsdienst in leitender Funktion bei einer zugangsgeschützten Großveranstaltung führen, verlangt § 34a GewO den Sachkundenachweis. In der Praxis ist er ein häufig erwarteter Baustein.

Worin unterscheidet sich die Rolle vom Veranstaltungsleiter?

Die Fachkraft für Veranstaltungssicherheit plant Maßnahmen und berät, der Veranstaltungsleiter nach VStättVO trägt als Beauftragter des Betreibers die Verantwortung für den laufenden Betrieb. Beide arbeiten während der Veranstaltung eng zusammen. In kleineren Häusern werden die Aufgaben teilweise von derselben Person wahrgenommen.

Wie steige ich in die Veranstaltungssicherheit ein?

Der übliche Weg führt über Einsätze im Ordnungsdienst oder in der Veranstaltungstechnik und die schrittweise Übernahme von Bereichsverantwortung. Parallel bauen Sie Rechts- und Konzeptkenntnisse über Zertifikatslehrgänge auf. Referenzen von Großveranstaltungen zählen bei Auftraggebern erfahrungsgemäß mehr als ein einzelnes Zertifikat.

Bald live

Jobs als Fachkraft für Veranstaltungssicherheit — bald auf crewbase

Trag dich in die Warteliste ein: Crew bekommt zum Start als Erstes Zugang, Unternehmen finden ihre Leute von Anfang an. Kein Spam, nur eine Mail, wenn es losgeht.

Auf die Warteliste

Verwandte Berufsbilder