Was den Beruf ausmacht
Fachkräfte für Lagerlogistik steuern den Weg der Ware durch das Lager. Sie nehmen Lieferungen an, prüfen sie, lagern ein, kommissionieren Aufträge und machen Sendungen versandfertig. In Rental-Firmen der Veranstaltungstechnik, also bei Vermietern von Ton-, Licht-, Video- und Bühnenequipment, ist die Ware kein Verbrauchsgut, sondern kehrt nach jedem Job zurück. Der Lagerbestand bewegt sich damit ständig zwischen Regal, Truck und Veranstaltungsort.
Daraus ergeben sich eigene Anforderungen. Jeder Job wird nach Packliste aus dem Bestand gezogen, in Cases gepackt, gewogen und verladen; nach der Rückkehr folgen Rückbuchung, Sichtprüfung, Reinigung und die Meldung von Schäden. Bei Dry Hire, also der reinen Gerätevermietung ohne Personal, prüfen Sie zusätzlich Vollständigkeit und Zubehör vor der Abholung. Wer den Überblick über Seriennummern, Prüffristen und Doppelbuchungen behält, hält die gesamte Produktion am Laufen.
Arbeitsumgebung
Sie arbeiten in Hallen und Lagerbereichen von Rental- und Produktionsfirmen, Veranstaltungshäusern, Messebaubetrieben und Logistikdienstleistern. Zur Ausstattung gehören Regalanlagen, Hubwagen, Gabelstapler, Hebebühnen, Waagen und Case-Werkstätten. Rental-Software wie Warenwirtschafts- und Dispositionssysteme mit Barcode- oder RFID-Scan bestimmt den Arbeitsablauf. Es ist laut, staubig und körperlich fordernd, Sicherheitsschuhe und Schutzausrüstung sind Pflicht.
Die Schnittstellen sind breit: Disposition, Projektleitung, Werkstatt, Fahrpersonal und die Crew vor Ort. Wer will, fährt bei größeren Produktionen mit auf die Baustelle und begleitet Load-in und Load-out. Manche Betriebe verbinden Lager und Servicewerkstatt, dann kommen einfache Prüf- und Reparaturarbeiten dazu.
Arbeitszeiten
Grundlage ist meist eine geregelte Tages- oder Schichtarbeitszeit. Weil Jobs abends zurückkommen und früh morgens abgehen, gibt es Früh- und Spätschichten sowie Wochenenddienste. In der Hochsaison und vor großen Messen wird das Fenster enger, Überstunden werden üblicherweise über Arbeitszeitkonten ausgeglichen.
Die Auslastung ist stark saisonal. Frühjahr und Herbst mit Messe- und Tourneesaison sind Spitzenzeiten, im Sommer verschiebt sich das Geschäft zu Festivals und Open Air. Ruhigere Phasen nutzen Betriebe für Inventur, Wartung und Prüfungen.
Typische Aufgaben
- Wareneingang annehmen, auf Vollständigkeit und Schäden prüfen und im System erfassen
- Equipment sachgerecht einlagern, kennzeichnen und Lagerplätze sowie Seriennummern pflegen
- Jobs nach Packliste kommissionieren, in Cases packen, sichern und für die Abholung bereitstellen
- Trucks und Sprinter beladen, Ladung sichern und Ladelisten sowie Frachtpapiere erstellen
- Rückläufer aus Veranstaltungen zurückbuchen, sichtprüfen, reinigen und Schäden dokumentieren
- Dry-Hire-Ausgaben an Kunden abwickeln, Zubehör kontrollieren und Übergaben protokollieren
- Bestände überwachen, Inventuren durchführen und Prüffristen für Betriebsmittel im Blick behalten
- Flurförderzeuge und Hebemittel bedienen und Lagerordnung sowie Arbeitssicherheit sicherstellen
Anforderungen & Skills
- Abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik oder als Fachlagerist, alternativ einschlägige Lagererfahrung
- Sicherer Umgang mit Warenwirtschafts- und Rental-Software sowie mit Barcode- oder RFID-Erfassung
- Staplerschein und Erfahrung mit Hubwagen, Hebebühnen und Ladehilfen
- Kenntnisse in Ladungssicherung, Verpackung und Gefahrgutgrundlagen, etwa für Lithiumbatterien und Nebelfluide
- Technisches Grundverständnis für Veranstaltungstechnik und ihre Kabel-, Case- und Zubehörsystematik
- Kenntnis der Prüfpflichten für elektrische Betriebsmittel und Hebezeuge und der zugehörigen Dokumentation
- Sorgfalt, Ordnungssinn und Belastbarkeit bei körperlicher Arbeit und Zeitdruck
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Saisonarbeit, Führerschein Klasse B, häufig auch BE oder C1
- Deutsch sicher, Englisch für internationale Produktionen und Frachtpapiere von Vorteil
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und läuft im Betrieb, in der Berufsschule und mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, üblich ist ein Haupt- oder Realschulabschluss. Der Abschluss entspricht Niveau 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens.
Die zweijährige Ausbildung zum Fachlagerist ist als Einstiegsvariante möglich und kann auf die dreijährige Ausbildung angerechnet werden. Ausgebildet wird in der Eventbranche vor allem bei größeren Rental- und Produktionsfirmen mit eigenem Zentrallager. Wer dort lernt, kennt am Ende nicht nur Lagerprozesse, sondern auch das Equipment selbst.
Quereinstieg
Der Quereinstieg ist in Equipment-Lagern verbreitet. Viele Betriebe stellen Menschen mit Lager-, Handwerks- oder Veranstaltungserfahrung ein und schulen sie auf die eigene Rental-Software. Ein Staplerschein und ein Führerschein sind dabei häufig wichtiger als das Abschlusszeugnis. Für Verantwortung in Disposition und Lagerleitung wird die Ausbildung oder eine gleichwertige Berufserfahrung erwartet.
Weiterbildung
Aufstiegswege führen über den Logistikmeister, den Fachwirt für Logistiksysteme und den Fachwirt für Güterverkehr und Logistik. Branchennah lohnen sich Zusatzqualifikationen wie Ladungssicherung, Gefahrgutbeauftragter, Befähigung für Hubarbeitsbühnen und Kranarbeiten sowie eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten für die Prüfung von Betriebsmitteln. Typische Ziele in der Branche sind Lagerleitung, Werkstattleitung und Disposition Veranstaltungstechnik. Wer weiter will, kann ein Studium in Logistik oder Supply Chain Management anschließen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet ein Rental-Lager von einem normalen Warenlager?
Im Rental-Lager wird Ware nicht verkauft, sondern vermietet und kehrt nach jedem Job zurück. Statt Beständen abzuarbeiten, verwalten Sie Umlaufmaterial mit Seriennummern, Zubehör, Prüffristen und Buchungszeiträumen. Doppelbuchungen und fehlendes Zubehör wirken sich unmittelbar auf laufende Produktionen aus.
Was bedeutet Dry Hire in diesem Zusammenhang?
Dry Hire ist die Vermietung von Technik ohne begleitendes Personal. Der Kunde holt das Material ab oder lässt es liefern und bedient es selbst. Für das Lager heißt das: besonders sorgfältige Vollständigkeitsprüfung, klare Übergabeprotokolle und eindeutige Dokumentation von Zustand und Zubehör.
Braucht man einen Staplerschein?
In der Praxis fast immer. Wer Flurförderzeuge bedient, braucht eine Ausbildung und eine schriftliche Beauftragung durch den Betrieb. Viele Arbeitgeber finanzieren den Schein, setzen ihn bei Bewerbungen aber häufig bereits voraus.
Was verdient eine Fachkraft für Lagerlogistik in der Eventbranche?
Realistisch sind rund 30.000 bis 45.000 Euro brutto im Jahr. Region, Betriebsgröße und Tarifbindung wirken sich stark aus, dazu kommen Zuschläge für Schicht- und Wochenendarbeit. Wer Disposition oder Lagerleitung übernimmt, liegt darüber.
Ist die Arbeit stark saisonal?
Ja. Frühjahr und Herbst sind durch Messen und Tourneen Spitzenzeiten, im Sommer dominieren Festivals und Open Air. In ruhigeren Phasen stehen Inventur, Wartung, Prüfungen und Case-Instandsetzung an.