Was den Beruf ausmacht
Fachkräfte für Gastronomie arbeiten dort, wo Gäste versorgt werden: an Theke, Tisch, Buffet und Ausgabe. Sie begrüßen und beraten Gäste, nehmen Bestellungen auf, servieren Speisen und Getränke, kassieren und halten ihren Bereich sauber und einsatzbereit. Einfache Speisen und Getränke bereiten sie selbst zu.
Der Beruf ist die zweijährige Basisausbildung des Gastgewerbes und ersetzt seit dem 1. August 2022 die frühere Fachkraft im Gastgewerbe. Er wird in zwei Schwerpunkten ausgebildet: Restaurantservice und Systemgastronomie. In der Veranstaltungswirtschaft ist er der klassische Zubringer, denn Caterer, Messegastronomen und Festivalbetriebe besetzen ihre Servicestationen überwiegend mit diesem Qualifikationsniveau.
Arbeitsumgebung
Gearbeitet wird in Restaurants, Kantinen und Systemgastronomie, aber ebenso in Messe- und Kongressgastronomie, in Arenen und Stadien, bei Veranstaltungscaterern und an mobilen Ständen und Bars auf Festivals. Bei Veranstaltungen sind die Arbeitsplätze temporär: Zeltküchen, Ausgabetheken und Getränkeinseln werden auf- und wieder abgebaut.
Der Betrieb läuft in Stoßzeiten, etwa in Pausen bei Kongressen oder zwischen zwei Bühnenprogrammen. Fachkräfte für Gastronomie arbeiten dabei eng mit Küche, Logistik und den Aufbauteams zusammen und übernehmen häufig auch Warenannahme und Nachschub.
Arbeitszeiten
Schichtdienst mit Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist die Regel. Im Veranstaltungsgeschäft kommen mehrtägige Blockeinsätze dazu, bei Festivals auch Nachtschichten und Einsätze an aufeinanderfolgenden Tagen.
Viele Betriebe arbeiten mit Teilzeit- und Aushilfsmodellen sowie mit Personaldienstleistern, die Servicekräfte für einzelne Veranstaltungen stellen. Wer fest angestellt ist, hat dafür planbarere Dienstpläne und Freizeitausgleich.
Typische Aufgaben
- Gäste begrüßen, beraten und Bestellungen aufnehmen
- Speisen und Getränke ausgeben, servieren und abräumen
- Einfache Speisen, Heißgetränke und Mixgetränke zubereiten
- Theken, Ausgabestationen, Buffets und Bars herrichten und während der Veranstaltung nachfüllen
- Kassieren, Bons abrechnen und mit Ticket- oder Chipsystemen auf Festivals arbeiten
- Ware annehmen, kühl- und fachgerecht lagern, Bestände melden
- Hygiene- und Reinigungsvorgaben nach HACCP umsetzen und dokumentieren
- Beim Auf- und Abbau mobiler Gastronomiestationen mitarbeiten
Anforderungen & Skills
- Zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie oder Praxis im Service
- Sicheres Auftreten gegenüber Gästen, auch bei hohem Andrang und langen Warteschlangen
- Belehrung nach Paragraf 43 Infektionsschutzgesetz und Hygienekenntnisse nach HACCP
- Grundkenntnisse im Jugendschutzgesetz, insbesondere beim Ausschank auf Festivals und Stadtfesten
- Umgang mit Kassensystemen sowie mit Chip- und Pfandsystemen im Veranstaltungsbetrieb
- Körperliche Belastbarkeit, Stehen über lange Schichten, Tragen von Getränkekisten und Material
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten und zu wechselnden Einsatzorten
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit, Grundkenntnisse Englisch bei internationalen Veranstaltungen
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Die Fachkraft für Gastronomie ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, zuständige Stelle ist die IHK. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben.
Gewählt wird zwischen den Schwerpunkten Restaurantservice und Systemgastronomie. Der Beruf ist theoriereduziert angelegt und richtet sich damit ausdrücklich an Menschen, die einen praxisnahen Einstieg suchen. Ausbildungsbetriebe sind neben Restaurants und Ketten auch Caterer, Messegastronomen und Betreiber von Veranstaltungshäusern.
Quereinstieg
Der Servicebereich der Veranstaltungsgastronomie ist ein klassisches Quereinstiegsfeld. Viele beginnen als Aushilfe bei Caterern, in Messehallen, Stadien oder auf Festivals und werden im Betrieb angelernt. Eine formale Qualifikation ist dafür nicht zwingend, die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und eine Hygieneunterweisung dagegen schon.
Weiterbildung
Der direkte Anschluss ist die Fortsetzung im dritten Ausbildungsjahr zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie oder zum Fachmann für Systemgastronomie. Die bereits absolvierten 24 Monate werden angerechnet. Damit steht der Weg in Bankett-, Catering- und Veranstaltungsservice offen.
Danach folgen die üblichen Aufstiegsfortbildungen des Gastgewerbes, etwa der Fachwirt im Gastgewerbe (IHK). Wer in die Veranstaltungswirtschaft wechseln möchte, ergänzt häufig Schulungen zu Ausschankrecht, Arbeitssicherheit und Veranstaltungssicherheit.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zur Fachkraft im Gastgewerbe?
Die Fachkraft für Gastronomie hat den Beruf Fachkraft im Gastgewerbe zum 1. August 2022 abgelöst. Neu sind die beiden Schwerpunkte Restaurantservice und Systemgastronomie. Bestehende Abschlüsse als Fachkraft im Gastgewerbe bleiben gültig.
Kann man nach zwei Jahren weitermachen?
Ja. Die zwei Jahre werden auf die dreijährigen Berufe angerechnet, etwa auf den Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie. Damit ist ein Abschluss auf DQR-Niveau 4 nach insgesamt drei Jahren möglich. Dieser Weg ist der übliche Zugang zu Bankett- und Cateringverantwortung.
Welche Rolle spielt der Beruf in der Eventbranche?
Caterer, Messegastronomen, Arenen und Festivalbetriebe besetzen ihre Ausgabe- und Servicestationen überwiegend auf diesem Qualifikationsniveau. Fachkräfte für Gastronomie arbeiten an Theken, Buffets und mobilen Bars und bauen die Stationen mit auf und ab. Viele Einsätze laufen über Personaldienstleister.
Wie viel verdient eine Fachkraft für Gastronomie?
Gehaltsportale nennen Einstiegswerte um 2.100 Euro und nach fünf Jahren rund 2.800 Euro brutto im Monat, was etwa 25.000 bis 33.000 Euro im Jahr entspricht. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit kommen im Veranstaltungsbetrieb regelmäßig dazu. Region und Betriebsgröße machen deutliche Unterschiede.
Welche Nachweise braucht man für den Einsatz bei Veranstaltungen?
Erforderlich sind die Belehrung nach Paragraf 43 Infektionsschutzgesetz und eine Hygieneunterweisung. Beim Ausschank an Jüngere gelten die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes. Manche Auftraggeber verlangen zusätzlich eine Unterweisung zu Arbeitssicherheit auf dem Veranstaltungsgelände.