Ungeregelt / Quereinstieg

Bühnentechniker

Auch bekannt als: Bühnentechnikerin · Bühnenhandwerker · Theatertechniker · Stage Technician · Bühnenarbeiter · Mitarbeiter Bühnentechnik · Bühnenmechaniker · Seitenbühnentechniker · Schnürbodentechniker

Bühnentechniker bauen Dekorationen auf, bedienen Züge und Bühnenmaschinerie und übernehmen den Vorstellungs- und Umbaudienst an Theatern, Opernhäusern und Spielstätten. Der Titel bezeichnet die Stelle im Spielstättenbetrieb, nicht einen eigenen Ausbildungsberuf.

Was den Beruf ausmacht

Bühnentechniker sind der Stellentitel für das technische Personal auf und um die Bühne eines Theater- oder Spielstättenbetriebs. Sie bauen Dekorationen auf, hängen Prospekte und Vorhänge ein, bedienen Punkt- und Prospektzüge, Drehscheibe, Hubpodien und Versenkungen und führen die Umbauten während einer Vorstellung aus.

Die Rolle grenzt sich von zwei Nachbarrollen ab. Die Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist der anerkannte Ausbildungsberuf, der auch Ton, Licht und Video umfasst; Bühnentechniker ist die Position im Haus mit Schwerpunkt Bühne und Maschinerie. Stagehands leisten den kurzfristigen Auf- und Abbau auf Abruf, Bühnentechniker sind fest im Spielbetrieb eingebunden und tragen Verantwortung im laufenden Vorstellungsdienst.

Arbeitsumgebung

Arbeitsorte sind Stadt- und Staatstheater, Opern- und Konzerthäuser, Musicalspielstätten, Festspielhäuser und Mehrzweckhallen mit eigenem Bühnenbetrieb. Gearbeitet wird auf der Bühne, auf der Hinterbühne, im Schnürboden, auf Arbeitsgalerien und in der Unterbühne.

Der Alltag wechselt zwischen Bauprobe, Einrichten, Vorstellung und Ausbau. Höhenarbeit, Heben und Tragen, Arbeiten im Dunkeln und enge Zeitfenster zwischen zwei Vorstellungen gehören dazu. Die Vorgaben aus DGUV Vorschrift 17 für Veranstaltungs- und Produktionsstätten bestimmen die Abläufe.

Arbeitszeiten

Der Dienstplan folgt dem Spielplan: Proben am Vormittag, Einrichten am Nachmittag, Vorstellung am Abend. Wochenend- und Feiertagsdienste sind die Regel, geteilte Dienste ebenfalls.

Umbauten zwischen zwei Produktionen liegen häufig nachts, damit am nächsten Abend gespielt werden kann. In der Spielzeitpause verschiebt sich der Schwerpunkt auf Wartung, Prüfungen und Instandsetzung der Bühneneinrichtungen.

Typische Aufgaben

  • Dekorationen, Podeste, Wände und Bühnenbildteile nach Bauprobe aufbauen, einrichten und sichern
  • Prospekte, Vorhänge und Bühnenbildteile an Punkt- und Prospektzüge anschlagen und ausbalancieren
  • Handkontor-, Maschinen- und Obermaschinerie bedienen: Züge, Hubpodien, Drehscheibe, Versenkungen
  • Umbauten während der Vorstellung nach Inspizientenruf ausführen, oft auf Sicht im Dunkeln
  • Vorstellungsdienst leisten: Bereitschaft an der Seitenbühne, Bedienen von Vorhang und Effekten
  • Ausbau, Einlagerung und Transport von Dekorationen zwischen Bühne, Fundus und Werkstatt
  • Bühneneinrichtungen warten, Anschlagmittel und Seile sichtprüfen, Mängel melden und dokumentieren
  • Gastspiele und Fremdveranstaltungen im Haus technisch betreuen und ein- sowie ausladen

Anforderungen & Skills

  • Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder ein handwerklicher Beruf mit Bühnenerfahrung; an vielen Häusern ist auch betriebliche Anlernung üblich
  • Kenntnis von Bühnenmaschinerie, Zugsystemen, Gegengewichten und Bühnenbildkonstruktionen
  • Sachkunde für Anschlagmittel und sicheres Anschlagen von Lasten
  • Kenntnis von DGUV Vorschrift 17/18 sowie der Betriebsvorschriften des Hauses
  • Höhentauglichkeit nach G 41 für Arbeiten im Schnürboden und auf Galerien
  • Körperliche Belastbarkeit und Trittsicherheit
  • Konzentration und Verlässlichkeit im Vorstellungsdienst, weil Umbauten auf Zuruf und im Dunkeln erfolgen
  • Teamfähigkeit im Zusammenspiel mit Inspizienz, Beleuchtung, Ton, Requisite und Bühnenmeister
  • Bereitschaft zu geteilten Diensten sowie zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Bühnentechniker ist als Stellentitel kein eigener Ausbildungsberuf und keine geschützte Bezeichnung. Der übliche formale Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik nach Berufsbildungsgesetz, die Bühnen-, Beleuchtungs-, Ton- und Videotechnik umfasst.

An vielen Theatern besteht die Bühnenmannschaft daneben aus betrieblich angelernten Kräften, oft mit handwerklichem Hintergrund aus Tischlerei, Schlosserei oder Metallbau. Diese Anlernung erfolgt im Haus, begleitet von Unterweisungen nach den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften.

Quereinstieg

Der Quereinstieg ist verbreitet und läuft häufig über Aushilfstätigkeiten im Auf- und Abbau, über Gastspielbetreuung oder über Stagehand-Einsätze in der Spielstätte. Handwerkliches Können und Verlässlichkeit zählen mehr als ein bestimmter Abschluss. Wer bleiben will, holt in der Regel Sachkunde für Anschlagmittel, Höhentauglichkeit und weitere Unterweisungen nach.

Weiterbildung

Fachlich schließen die Sachkunde für Anschlagmittel, Qualifikationen für Hubarbeitsbühnen und Flurförderzeuge sowie die IGVW-Standards SQQ2 für Rigging und SQQ1 für die Elektrofachkraft an.

Für Führungsaufgaben führt der Weg über den Meister für Veranstaltungstechnik, Fachrichtung Bühne und Studio, und damit zur Position des Bühnenmeisters. An größeren Häusern folgen Technische Leitung oder Technische Direktion.

Häufige Fragen

Ist Bühnentechniker ein Ausbildungsberuf?

Nein. Bühnentechniker ist ein Stellentitel im Theater- und Spielstättenbetrieb, keine geschützte Bezeichnung. Der anerkannte Ausbildungsberuf ist die Fachkraft für Veranstaltungstechnik. An vielen Häusern arbeiten daneben betrieblich angelernte Kräfte mit handwerklichem Hintergrund.

Worin unterscheidet sich der Bühnentechniker vom Stagehand?

Stagehands leisten kurzfristigen Auf- und Abbau auf Abruf, meist über Personaldienstleister. Bühnentechniker sind fest in den Spielbetrieb eines Hauses eingebunden, bedienen Bühnenmaschinerie und tragen Verantwortung im laufenden Vorstellungs- und Umbaudienst.

Was ist der Vorstellungsdienst?

Der Vorstellungsdienst ist die Bereitschaft und Mitarbeit während einer laufenden Vorstellung. Dazu gehören Umbauten nach Inspizientenruf, das Bedienen von Vorhang, Zügen und Effekten sowie das Sichern von Wegen auf der Seitenbühne. Gearbeitet wird oft im Dunkeln und unter Zeitdruck.

Welche Nachweise brauche ich für die Bühne?

Verbreitet gefordert sind die Sachkunde für Anschlagmittel, die arbeitsmedizinische Vorsorge G 41 für Höhenarbeit sowie Unterweisungen nach DGUV Vorschrift 17/18. Je nach Haus kommen Scheine für Hubarbeitsbühnen und Flurförderzeuge hinzu.

Was verdient ein Bühnentechniker?

Als Orientierung liegen Festanstellungen meist zwischen 32.000 und 46.000 Euro brutto im Jahr. An kommunalen und staatlichen Häusern richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, hinzu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste. Privatspielstätten zahlen abweichend.

Wie geht es nach dem Einstieg weiter?

Der klassische Weg führt über den Meister für Veranstaltungstechnik, Fachrichtung Bühne und Studio, zur Position des Bühnenmeisters. Danach folgen an größeren Häusern Technische Leitung oder Technische Direktion.

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