Sonstiges Vorbereitung ca. 4 Wochen Vollzeit plus Prüfung

Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Auch bekannt als: Sachkunde 34a · Sachkundeprüfung Bewachungsgewerbe · 34a-Schein · IHK-Sachkundeprüfung Bewachung · Sicherheitsmitarbeiter mit Sachkunde · Security mit 34a · Ordnungsdienstmitarbeiter mit Sachkunde · Einlasskontrolleur mit Sachkunde

Die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung ist der Qualifikationsnachweis für bestimmte Bewachungstätigkeiten. In der Veranstaltungsbranche betrifft sie vor allem den Einlass- und Ordnungsdienst, den Objektschutz und leitende Funktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen.

Was den Beruf ausmacht

Die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung (GewO) ist kein Ausbildungsberuf, sondern ein gesetzlich vorgeschriebener Nachweis. Wer im Bewachungsgewerbe arbeitet, also gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewacht, braucht je nach Tätigkeit entweder eine Unterrichtung oder die weitergehende Sachkundeprüfung. Die Prüfung nimmt die IHK ab, die Einzelheiten regelt die Bewachungsverordnung (BewachV).

Der Unterschied ist wichtig. Für einfache Bewachungsaufgaben genügt die 40-stündige Unterrichtung bei der IHK. Die Sachkundeprüfung verlangt § 34a Abs. 1a GewO unter anderem für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, für den Schutz vor Ladendieben, für den Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken und für die Bewachung zugangsgeschützter Großveranstaltungen in leitender Funktion.

Arbeitsumgebung

Mit der Sachkunde arbeiten Fachkräfte in Konzerthallen, Stadien, auf Festivals, Messen und Kongressen sowie in Clubs und Diskotheken. Typische Einsatzfelder sind Einlass und Akkreditierung, Taschenkontrolle, Bühnengraben, Backstage-Zugänge, Rundgänge auf dem Gelände und Objektschutz während Auf- und Abbau.

Der Einsatz erfolgt meist über Sicherheitsdienstleister, die im Auftrag von Veranstaltern und Betreibern arbeiten. Die Zusammenarbeit mit Veranstaltungsleitung, Brandsicherheitswache, Sanitätsdienst und Polizei ist Alltag.

Arbeitszeiten

Der Veranstaltungsschutz arbeitet abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Festival- und Messeeinsätze bedeuten lange Schichten über mehrere Tage, häufig im Freien und bei jedem Wetter.

Viele Kräfte sind in Teilzeit, auf Abruf oder als Nebentätigkeit im Einsatz. Feste Vollzeitstellen gibt es vor allem im Objektschutz und in Spielstätten mit dichtem Belegungsplan.

Typische Aufgaben

  • Einlass, Ticket- und Akkreditierungskontrolle sowie Taschen- und Personenkontrolle nach Hausrecht
  • Zugänge zu Backstage-, Produktions- und Technikbereichen kontrollieren
  • Besucherströme im Einlass- und Ausgangsbereich beobachten und Rückstaus melden
  • Rettungswege, Notausgänge und Absperrungen freihalten und überwachen
  • Konflikte deeskalieren, Hausverbote durchsetzen, bei Bedarf Polizei hinzuziehen
  • Kontrollgänge auf dem Gelände, in Hallen und im Lager während Auf- und Abbau
  • Vorfälle sachlich dokumentieren und an Einsatzleitung und Veranstaltungsleitung melden
  • Anweisungen aus Sicherheits- und Räumungskonzept umsetzen und bei Räumungen mitwirken

Anforderungen & Skills

  • Bestandene Sachkundeprüfung nach § 34a GewO oder ein gleichgestellter Abschluss
  • Mindestalter 18 Jahre und Zuverlässigkeit nach behördlicher Überprüfung, Eintrag im Bewacherregister
  • Kenntnisse in Gefahrenabwehrrecht, Datenschutz, Bürgerlichem Recht sowie Straf- und Strafverfahrensrecht
  • Sicheres Anwenden von Notwehr, Nothilfe und Jedermannsrechten in ihren rechtlichen Grenzen
  • Deeskalationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und ruhiges Auftreten bei hohem Andrang
  • Körperliche Belastbarkeit für lange Steh- und Nachtschichten
  • Bereitschaft zu Wochenend-, Feiertags- und Nachtdiensten sowie zu wechselnden Einsatzorten
  • Deutsch sicher in Wort und Schrift, Englisch für internationales Publikum von Vorteil
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse und Erfahrung mit Funkkommunikation sind gern gesehen

Ausbildung & Einstieg

Ausbildung

Die Sachkundeprüfung ist eine Prüfung, kein Lehrgang mit festgelegter Dauer. Die IHK prüft in einem schriftlichen Teil von 120 Minuten im Multiple-Choice-Format und in einem mündlichen Teil von etwa 15 Minuten je Person. Beide Teile müssen bestanden werden. Geprüft werden Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit Gewerberecht, Datenschutzrecht, Bürgerliches Gesetzbuch, Straf- und Strafverfahrensrecht, die Unfallverhütungsvorschrift Wach- und Sicherungsdienste, der Umgang mit Menschen einschließlich Deeskalation sowie Grundzüge der Sicherheitstechnik.

Vorbereitungskurse privater Träger dauern meist etwa vier Wochen in Vollzeit oder mehrere Monate berufsbegleitend. Sie sind freiwillig, die Prüfung kann auch ohne Kurs abgelegt werden. Die Prüfungsgebühren legen die IHKs selbst fest und liegen als Beispiel bei rund 170 Euro für die vollständige Prüfung.

Quereinstieg

Der Einstieg in den Veranstaltungsschutz ist ein klassischer Quereinstieg. Für viele Ordnungs- und Einlassaufgaben genügt zunächst die 40-stündige Unterrichtung nach § 34a GewO. Die Sachkunde eröffnet anschließend die Tätigkeiten, für die das Gesetz sie ausdrücklich verlangt, und ist Voraussetzung für Gewerbetreibende im Bewachungsgewerbe.

Weiterbildung

Bestimmte Abschlüsse gelten als gleichwertig und befreien von der Prüfung, darunter die Ausbildungsberufe Servicekraft und Fachkraft für Schutz und Sicherheit sowie die Fortbildungen Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft und Meister für Schutz und Sicherheit. Ob eine Befreiung greift, entscheidet die zuständige Behörde im Einzelfall. Für den Veranstaltungsbereich bauen darauf Lehrgänge zu Veranstaltungssicherheit, Crowd Management und Sicherheitskonzept auf.

Häufige Fragen

Wofür brauche ich die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO?

§ 34a Abs. 1a GewO nennt die Tätigkeiten ausdrücklich: Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, Schutz vor Ladendieben, Bewachung im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken, Bewachung bestimmter Flüchtlingsunterkünfte in leitender Funktion und Bewachung zugangsgeschützter Großveranstaltungen in leitender Funktion. Auch Gewerbetreibende im Bewachungsgewerbe brauchen den Nachweis.

Reicht für den Ordnungsdienst auf einem Festival die Unterrichtung?

Für viele Einlass- und Ordnungsaufgaben genügt die 40-stündige Unterrichtung nach § 34a GewO. Die Sachkunde verlangt das Gesetz unter anderem für leitende Funktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Maßgeblich sind die konkrete Aufgabe, der Genehmigungsbescheid und die Vorgaben des Auftraggebers.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die IHK prüft schriftlich 120 Minuten im Multiple-Choice-Verfahren und anschließend mündlich rund 15 Minuten je Person. Beide Teile müssen bestanden sein. Fällt nur der mündliche Teil durch, kann er separat wiederholt werden.

Wer ist von der Sachkundeprüfung befreit?

Bestimmte Abschlüsse gelten als gleichwertig, etwa Servicekraft und Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder Meister für Schutz und Sicherheit. Die Anerkennung prüft die zuständige Behörde. Legen Sie Ihre Zeugnisse vor der Anmeldung zur Prüfung vor.

Was verdient man mit der Sachkunde im Veranstaltungsschutz?

Die Vergütung richtet sich überwiegend nach den Tarifverträgen des Sicherheitsgewerbes, die je Bundesland unterschiedlich sind. Für den Objektschutz liegen die tariflichen Einstiegsstundenlöhne 2026 je nach Land bei knapp 15 Euro, qualifizierte Tätigkeiten und Fachkräfte liegen deutlich darüber. Veranstaltungseinsätze werden häufig stundenweise abgerechnet, deshalb ist ein Jahresgehalt hier wenig aussagekräftig.

Was ist das Bewacherregister?

Das Bewacherregister ist ein bundesweites Register, in dem Bewachungsunternehmen und ihr Wachpersonal erfasst werden. Vor dem Einsatz prüft die Behörde die Zuverlässigkeit, unter anderem über Bundeszentralregister, Gewerbezentralregister und Stellungnahmen der Polizei. Die Überprüfung wird spätestens nach fünf Jahren wiederholt.

Bald live

Jobs als Sachkundeprüfung nach § 34a GewO — bald auf crewbase

Trag dich in die Warteliste ein: Crew bekommt zum Start als Erstes Zugang, Unternehmen finden ihre Leute von Anfang an. Kein Spam, nur eine Mail, wenn es losgeht.

Auf die Warteliste

Verwandte Berufsbilder