Was den Beruf ausmacht
Ordner sorgen dafür, dass Besucherinnen und Besucher sicher hinein-, durch- und wieder herauskommen. Sie kontrollieren am Einlass Tickets und mitgeführte Gegenstände, weisen Wege, halten Flucht- und Rettungswege frei und behalten die Besucherdichte im Blick. Ihr Auftrag stützt sich auf das Hausrecht des Veranstalters und auf das Sicherheitskonzept der Veranstaltung.
Die Rolle ist eine Einsatzrolle, kein Ausbildungsberuf. Sie unterscheidet sich damit von der dreijährigen Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, die den gesamten Sicherheitsdienstleistungsbereich abdeckt. Vom Besucherservice unterscheidet sich der Ordner durch den Ordnungsauftrag: Kontrolle, Durchsetzung und Gefahrenabwehr statt Gästebetreuung.
Arbeitsumgebung
Eingesetzt wird auf Festivalgeländen, in Arenen und Stadien, in Messehallen, Clubs, Theatern und bei Stadtfesten. Arbeitgeber sind Bewachungsunternehmen und Personaldienstleister der Veranstaltungsbranche; einzelne Veranstaltungshäuser unterhalten eigene Ordnungsdienste.
Der Einsatz erfolgt in Positionen: Einlass, Vereinzelung, Taschenkontrolle, Wegeposten, Bühnengraben, Backstage-Zugang oder Notausgang. Geführt wird über eine Einsatzleitung, die Kommunikation läuft über Funk. Beschäftigt wird häufig auf Abruf, als kurzfristige Beschäftigung oder Minijob.
Arbeitszeiten
Dienste liegen fast immer am Abend, am Wochenende und an Feiertagen. Eine Schicht beginnt mehrere Stunden vor Einlass mit Briefing und Positionsübernahme und endet nach der Räumung des Geländes.
Schichtlängen von acht bis zwölf Stunden sind üblich, bei mehrtägigen Festivals folgen Dienste unmittelbar aufeinander. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen und bei jedem Wetter statt.
Typische Aufgaben
- Tickets und Akkreditierungen kontrollieren, Vereinzelung am Einlass sicherstellen
- Taschen und mitgeführte Gegenstände nach den Vorgaben der Hausordnung kontrollieren
- Besucherströme lenken, Wegeposten besetzen und Staus vor Engstellen auflösen
- Flucht- und Rettungswege, Notausgänge und Feuerwehrzufahrten dauerhaft freihalten
- Zutritt zu Backstage-, Technik- und Sperrbereichen gegen Ausweis prüfen
- Besucherdichte beobachten und Auffälligkeiten sofort an die Einsatzleitung funken
- Erste Hilfe anfordern, Sanitätsdienst einweisen und Hilfeleistung absichern
- Bei Räumung oder Unterbrechung nach Vorgabe des Sicherheitskonzepts handeln
- Vorkommnisse dokumentieren und an die nächste Schicht übergeben
Anforderungen & Skills
- Mindestalter 18 Jahre und einwandfreies Führungszeugnis
- Unterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a Gewerbeordnung bei der IHK, in der Regel 40 Unterrichtsstunden; für den Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken und für Leitungsfunktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen ist die Sachkundeprüfung vorgeschrieben
- Eintragung im Bewacherregister und gültiger Bewacherausweis
- Deeskalationsfähigkeit und ruhiges Auftreten in Konfliktsituationen
- Kenntnis der Grundlagen aus Notwehr, Nothilfe, Hausrecht und Jedermannsrechten
- Kenntnis von Versammlungsstättenverordnung, Sicherheitskonzept und Räumungsabläufen
- Körperliche Belastbarkeit für lange Stehzeiten bei jedem Wetter
- Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und sichere Kommunikation über Funk
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten, Deutschkenntnisse für Besucherkontakt und Meldewege
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Ordner ist kein Ausbildungsberuf und keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Zugang ist trotzdem gesetzlich geregelt: Wer bewachend tätig wird, braucht nach § 34a Gewerbeordnung mindestens die Unterrichtung für Bewachungspersonal bei der Industrie- und Handelskammer. Sie umfasst in der Regel 40 Unterrichtsstunden zu Recht, Umgang mit Menschen, Unfallverhütung und Sicherheitstechnik und schließt ohne Prüfung ab.
Für bestimmte Tätigkeiten reicht die Unterrichtung nicht. Die Sachkundeprüfung ist unter anderem für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, für den Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken und für Leitungsfunktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen vorgeschrieben. Vor dem ersten Einsatz erfolgt außerdem die Eintragung im Bewacherregister mit Zuverlässigkeitsprüfung.
Quereinstieg
Der Quereinstieg ist der Regelfall und über Bewachungsunternehmen sowie Personaldienstleister möglich. Viele Betriebe finanzieren die Unterrichtung vor oder rechnen sie über die ersten Einsätze ab. Die Agentur für Arbeit fördert Unterrichtung und Sachkundeprüfung in geeigneten Fällen über einen Bildungsgutschein.
Weiterbildung
Der nächste Schritt ist die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung, danach die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Speziell für die Branche gibt es die Fachkraft für Veranstaltungssicherheit. Führungsaufgaben eröffnen der Meister für Schutz und Sicherheit sowie Qualifikationen im Crowd Management.
Häufige Fragen
Brauche ich als Ordner einen § 34a Schein?
Ja. Für bewachende Tätigkeiten schreibt § 34a Gewerbeordnung mindestens die Unterrichtung für Bewachungspersonal bei der IHK vor, in der Regel 40 Unterrichtsstunden ohne Prüfung. Hinzu kommen die Zuverlässigkeitsprüfung und die Eintragung im Bewacherregister.
Wann reicht die Unterrichtung nicht aus?
Die Sachkundeprüfung ist unter anderem vorgeschrieben für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, für den Schutz vor Ladendieben, für den Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken sowie für Leitungsfunktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen und in Flüchtlingsunterkünften.
Was unterscheidet den Ordner von der Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Ordner ist eine konkrete Einsatzrolle im Veranstaltungsordnungsdienst und kein Ausbildungsberuf. Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf, der den gesamten Sicherheitsdienstleistungsbereich abdeckt und deutlich weiter reicht.
Was unterscheidet den Ordner vom Besucherservice?
Der Ordner hat einen Ordnungsauftrag: Kontrolle, Durchsetzung der Hausordnung, Freihalten von Rettungswegen und Gefahrenabwehr. Der Besucherservice betreut Gäste, weist Plätze zu, betreibt Garderobe und gibt Auskunft. In der Praxis arbeiten beide Rollen eng zusammen.
Darf ein Ordner Taschen kontrollieren?
Die Kontrolle beruht auf dem Hausrecht des Veranstalters und der Hausordnung, der Gäste beim Ticketkauf zustimmen. Sie erfolgt freiwillig: Wer die Kontrolle verweigert, bekommt keinen Zutritt. Eine Durchsuchung gegen den Willen der Person ist Ordnern nicht gestattet.
Was verdient ein Ordner?
Vergütet wird meist nach Stunden oder pro Dienst. Maßgeblich sind der Tarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen des jeweiligen Bundeslandes und mindestens der gesetzliche Mindestlohn. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit kommen hinzu, die Unterschiede zwischen den Regionen sind deutlich.