Was die Zusatzqualifikation ausmacht
Die Ausbildereignung ist in der Ausbilder-Eignungsverordnung geregelt und die bundesweit einzige einheitliche Qualifikation für berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse. Wer sie hat, darf in einem anerkannten Ausbildungsberuf ausbilden, sofern auch die fachliche und die persönliche Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz vorliegen. Ohne mindestens eine ausbildende Person mit diesem Nachweis darf ein Betrieb keine Auszubildenden einstellen.
Geprüft werden vier Handlungsfelder: Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen, Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken, Ausbildung durchführen sowie Ausbildung abschließen. Der Schein ist damit kein Fachnachweis, sondern ein Nachweis über Didaktik, Planung und rechtliche Grundlagen der Ausbildung.
Warum der Schein in der Eventbranche zählt
Die Veranstaltungswirtschaft bildet stark selbst aus, vor allem Fachkräfte für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufleute. Rental-Firmen, Veranstaltungshäuser, Theater, Agenturen, Caterer und Sicherheitsdienstleister sind auf eigenen Nachwuchs angewiesen, weil erfahrene Kräfte am Markt knapp sind. Der Ausbilderschein ist die formale Voraussetzung dafür, dass ein Betrieb überhaupt ausbilden darf.
Für Einzelne ist er ein Karrierebaustein: Er ist Bestandteil oder Zulassungsvoraussetzung vieler Meister- und Fachwirtprüfungen, etwa beim Meister für Veranstaltungstechnik, beim Hotelmeister und beim Küchenmeister. Wer eine Werkstatt, ein Gewerk oder eine Abteilung leitet, führt damit auch die Auszubildenden.
Aufwand und Ablauf
Vorbereitungslehrgänge dauern je nach Format ein bis drei Monate berufsbegleitend, in Vollzeit oft nur wenige Wochen. Die Prüfung legen Sie bei der IHK oder der HWK ab.
Sie besteht aus einem schriftlichen Teil von 180 Minuten und einem praktischen Teil von rund 30 Minuten. Im praktischen Teil präsentieren Sie eine Ausbildungssituation oder führen eine Unterweisung durch und begründen sie anschließend im Fachgespräch.
Typische Aufgaben
- Ausbildungsbedarf im Betrieb ermitteln und den betrieblichen Ausbildungsplan erstellen
- Ausbildungsinhalte auf Projekte, Produktionen und Tourneen verteilen und Lernorte festlegen
- Bei Auswahl und Einstellung von Auszubildenden mitwirken und Ausbildungsverträge vorbereiten
- Auszubildende einarbeiten, unterweisen und im laufenden Betrieb begleiten
- Lernfortschritt beurteilen, Feedback geben und Beurteilungsgespräche führen
- Zusammenarbeit mit Berufsschule, Kammer und überbetrieblichen Lehrgängen organisieren
- Auf Zwischen- und Abschlussprüfung vorbereiten und Prüfungsstücke begleiten
- Arbeitsschutz, Jugendarbeitsschutz und Unterweisungspflichten dokumentieren
Anforderungen & Skills
- Keine formalen Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung selbst; die Anmeldung läuft über IHK oder HWK
- Für die tatsächliche Ausbildertätigkeit zusätzlich fachliche und persönliche Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz
- Fachliche Eignung in der Regel über Ausbildungsabschluss im Berufsfeld plus Berufspraxis oder über Meister-, Fachwirt- und Studienabschluss
- Mindestalter und einwandfreies Führungszeugnis für die Arbeit mit Jugendlichen
- Kenntnis von Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz, Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan
- Didaktisches Handwerkszeug: Unterweisungsmethoden, Lernzielformulierung, Feedback und Beurteilung
- Geduld, klare Kommunikation und Bereitschaft, im Tages- und Produktionsgeschäft Zeit für Anleitung freizuhalten
- In der Veranstaltungstechnik zusätzlich sicherer Umgang mit Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen vor Ort
Ausbildung & Einstieg
Ausbildung
Die Ausbildereignung ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes. Vorbereitungslehrgänge bieten IHK, HWK, Bildungsträger und Fernschulen an; sie dauern berufsbegleitend rund ein bis drei Monate. Ein Lehrgang ist nicht vorgeschrieben, die Prüfung kann auch direkt abgelegt werden.
Der schriftliche Teil dauert 180 Minuten und wird häufig am Rechner geschrieben. Der praktische Teil umfasst eine Präsentation oder eine praktische Unterweisung von etwa 15 Minuten und ein anschließendes Fachgespräch von ebenfalls rund 15 Minuten. Beide Teile müssen bestanden werden.
Quereinstieg
Zur Prüfung ist grundsätzlich jede Person zugelassen, unabhängig von Vorbildung. Der Nachweis allein macht aber noch nicht zur ausbildenden Person: Dafür braucht es zusätzlich die fachliche Eignung im jeweiligen Beruf, also in der Regel einen einschlägigen Abschluss und Berufspraxis.
Für Quereinsteigende aus der Veranstaltungspraxis, die keinen einschlägigen Abschluss haben, entscheidet die zuständige Kammer im Einzelfall über die fachliche Eignung. Ein früher Erwerb des Scheins lohnt trotzdem, weil er in vielen Fortbildungsprüfungen ohnehin verlangt wird.
Weiterbildung
Aufbauend ist der Geprüfte Berufspädagoge oder Aus- und Weiterbildungspädagoge der IHK, wenn Sie Ausbildung hauptberuflich steuern wollen. In der Veranstaltungswirtschaft kombiniert sich der Schein sinnvoll mit dem Meister für Veranstaltungstechnik, dem Veranstaltungsfachwirt, dem Hotelmeister oder dem Küchenmeister.
Wer technische Nachwuchskräfte ausbildet, ergänzt sinnvoll Qualifikationen zu Arbeitssicherheit, Gefährdungsbeurteilung und den Branchenstandards der IGVW.
Häufige Fragen
Wozu berechtigt der AEVO-Schein genau?
Er weist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach und ist damit eine der drei Voraussetzungen, um im Betrieb ausbilden zu dürfen. Dazu kommen die fachliche und die persönliche Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz. Erst wenn alle drei vorliegen, kann eine Person als ausbildende Person eingetragen werden.
Ist der Ausbilderschein ein Berufsabschluss?
Nein. Es handelt sich um eine Zusatzqualifikation ohne eigene Zuordnung im Deutschen Qualifikationsrahmen und ohne eigenes Gehaltsniveau. Er wirkt sich indirekt aus, weil er Leitungs- und Fortbildungswege öffnet.
Wie läuft die Prüfung ab?
Der schriftliche Teil dauert 180 Minuten und deckt die vier Handlungsfelder der Ausbildung ab. Der praktische Teil besteht aus einer Präsentation oder einer praktischen Unterweisung von etwa 15 Minuten und einem Fachgespräch von rund 15 Minuten. Beide Teile müssen bestanden werden.
Brauche ich Voraussetzungen, um zur Prüfung zugelassen zu werden?
Für die Prüfung selbst gibt es keine besonderen Zulassungsvoraussetzungen; Sie melden sich bei der zuständigen IHK oder HWK an. Ein Vorbereitungslehrgang ist empfehlenswert, aber nicht vorgeschrieben. Die Prüfungsgebühren liegen je nach Kammer im niedrigen dreistelligen Bereich.
Warum ist der Schein für Eventbetriebe wichtig?
Ohne ausbildende Person mit AEVO-Nachweis darf ein Betrieb keine Auszubildenden einstellen. Da die Branche Fachkräfte für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufleute größtenteils selbst ausbildet, ist der Schein für Rental-Firmen, Veranstaltungshäuser, Agenturen und Caterer praktisch unverzichtbar.
Ist die AEVO Teil der Meisterprüfung?
Bei vielen Aufstiegsfortbildungen ist sie Bestandteil oder Zulassungsvoraussetzung, etwa beim Meister für Veranstaltungstechnik, beim Hotelmeister und beim Küchenmeister. Wer sie bereits besitzt, spart in der Fortbildung einen Prüfungsteil. Die Handhabung unterscheidet sich zwischen den Kammern.